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Ein Daimler-Betriebsrat wurde Mitte Mai am Rande einer Corona-Demonstration in Stuttgart lebensgefährlich verletzt. Nun ist bei einer Razzia ein Verdächtiger festgenommen worden.

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In Baden-Württemberg sind am Donnerstag bei Razzien in sieben Städten Zimmer und Wohnungen von Anhängern der linken Szene durchsucht worden. Ein 21-Jähriger aus dem Raum Stuttgart sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Gegen den jungen Mann habe bereits ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags vorgelegen, er soll noch im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden.

Razzien wegen Angriff auf Corona-Demo-Teilnehmer

Die Razzien mit mehreren Hundert Polizisten stehen nach Angaben des Innenministeriums in Zusammenhang mit einer Attacke auf drei Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Auflagen. Die drei Männer, darunter ein Daimler-Betriebsrat, waren Mitte Mai auf dem Weg zu einer Kundgebung angegriffen worden. Die Angreifer verletzten den Daimler-Betriebsrat lebensgefährlich, er lag zwischenzeitlich im Koma. Der Mann ist Mitglied bei der rechten Arbeitnehmervertretung "Zentrum Automobil".

Insgesamt haben die Polizisten am Donnerstagmorgen die Wohnungen von neun Tatverdächtigen in Stuttgart, Ludwigsburg, Remseck (Kreis Ludwigsburg), Fellbach (Rems-Murr-Kreis), Waiblingen (Rems-Murr-Kreis), Tübingen und Karlsruhe durchsucht. "In den durchsuchten Objekten wohnen überwiegend uns bekannte Anhänger der linken Szene", sagte ein Polizeisprecher. Es seien Beweismittel beschlagnahmt worden. Laut Polizei führten Ermittlungen der Ermittlungsgruppe "Arena" auf die Spur der Verdächtigen.

SWR (Foto: SWR)
Etwa 30 Polizeibeamte durchsuchten am Morgen eine WG im Erdgeschoss des Hauses in der Tübinger Südstadt.

Innenminister: "Wir kriegen euch!"

Ein politischer Hintergrund der Attacke war bereits nach dem Angriff auf die Demonstranten nicht ausgeschlossen worden. Die Polizei war von einem gezielten Angriff ausgegangen und hatte die unbekannten Täter im linksextremen Spektrum vermutet. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) bezeichnete die Durchsuchungen als "bedeutenden Schritt zur Aufklärung". Er verurteile brutale Gewalt als Mittel politischer Auseinandersetzung. "Das geht gar nicht", sagte er.

"Und auch hier gilt: Wir kriegen euch!".

Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg

Bei dem Protest Mitte Mai hatten mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert. Für Aufsehen hatte damals auch der Brand von mehreren Lastwagen einer Firma für Veranstaltungstechnik gesorgt. In den Fahrzeugen sollte nach Polizeiangaben die Technik für die Demonstration auf dem Cannstatter Wasen transportiert werden.

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