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Ein 63-jähriger hat in einem Prozess am Stuttgarter Landgericht gestanden, einer Straßenbaufirma eine Million Euro mit einem Trick abgenommen zu haben. Sein Anwalt las eine Erklärung vor.

Über seinen Rechtsanwalt ließ der Angeklagte am Donnerstag vor dem Stuttgarter Landgericht verlesen, dass es ihm leid tue und er die Tat bereue. Vor allem seine Spielsucht habe ihn dazu verleitet. Doch entgegen der Anklage habe der Mann für den Trickdiebstahl nur 10.000 statt der vorgeworfenen 400.000 Euro als Anteil erhalten. Der Mann muss sich wegen besonders schweren Diebstahls verantworten.

Ein Justizbeamter bringt einen 63-Jährigen Angeklagten in einen Gerichtssaal des Landgerichts Stuttgart. Der Mann soll eine Firma dank eines Tricks um eine Million erleichtert haben. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)
Ein Justizbeamter bringt einen 63-Jährigen Angeklagten in einen Gerichtssaal des Landgerichts Stuttgart. Der Mann soll eine Firma dank eines Tricks um eine Million erleichtert haben. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

Es ging um ein Geschäft mit 300.000 Warnbaken

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart sieht die Tat so: Am 18. März 2016 soll sich der 63-Jährige in einer Stuttgarter Bank als pensionierter Banker aus der Schweiz ausgegeben haben. Ein mutmaßlicher Mittäter hatte sich den Ermittlungen zufolge bei der Firma aus Gaggenau (Rastatt) zuvor als Geschäftsmann im Verkehrsbereich vorgestellt und den 63-Jährigen als vermeintlichen unabhängigen Geldprüfer beauftragt. Bei dem bevorstehenden Geschäft der Straßenbaufirma ging es um einen Betrag von 15 Millionen Euro für den Kauf von 300.000 Warnbaken - eine Million Euro sollte der mutmaßliche Mittäter als Provision bekommen.

Heimlich Geldscheine gegen wertlose Papierschnipsel getauscht

Laut Staatsanwältin traf sich der 63-Jährige mit zwei Mitarbeitern der Firma in einer Stuttgarter Bank, um die Provision zu überprüfen. Er habe angegeben, nachsehen zu wollen, ob das Geld in einen größeren Umschlag passt, und die Summe in 500-Euro-Scheinen hineingepackt. Statt das Geld den Mitarbeitern zurückzugeben, legte er den Umschlag heimlich in seinen Koffer und übergab den Mitarbeitern einen identisch aussehenden Umschlag, der aber mit Papier statt mit Geld gefüllt war. Das Papier landete anstelle der Million im Tresor.

Neben dem mutmaßlichen Mittäter gab es noch einen weiteren Komplizen, der bereits 2018 verhaftet worden war. Nach der Tat sei der 63-Jährige nach Rumänien gegangen. Dort wurde er im Juni dieses Jahr verhaftet.

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