Ein Zug fährt in Stuttgart auf der Gäubahnstrecke (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Franziska Kraufmann)

Lenkungskreis hat sich getroffen

Stuttgart 21: Bahn soll Vorbereitungen für neuen Pfaffensteigtunnel einleiten

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Das Bauprojekt Stuttgart 21 sorgt mit steigenden Kosten immer wieder für Aufsehen. Die Bahn soll nun den Bau eines neuen Tunnels vorbereiten. Dafür geht sie ein Risiko ein.

Die Bahn soll mit vorbereitenden Bauarbeiten für den geplanten Pfaffensteigtunnel beginnen, der bislang als Gäubahntunnel bezeichnet worden war, auch ohne dass es einen finalen Baubeschluss gibt. Das hat der Lenkungskreis des Verkehrs-Großprojekts Stuttgart21 (S21) bei seiner Sitzung am Montag beschlossen. Etwa 60 Millionen Euro soll der Anschlusstutzen kosten, der den Pfaffensteigtunnel beim Flughafen Stuttgart an die Bahntrasse in Richtung Tiefbahnhof anbindet. Bezahlen wird ihn die Deutsche Bahn aus Projektmitteln.

Die Bahn trägt das finanzielle Risiko

Das Vorhaben ist deshalb riskant, weil der Tunnel noch keine beschlossene Sache ist: Es fehlt die Finanzierungszusage des Bundes. Diese solle möglichst schnell kommen, daran appellierten die Projektpartner bei der Sitzung des Lenkungskreises. Im Sommer will sich der Lenkungskreis zu einer Sondersitzung treffen, um dann unter anderem den Umstieg zum Pfaffensteigtunnel im Projekt Stuttgart 21 final zu beschließen. An den Beratungen nehmen regelmäßig Vertreter der Bahn, des Landes, der Landeshauptstadt und der Region Stuttgart sowie der Flughafen Stuttgart GmbH teil.

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Bahn: Tunnel würde Gäubahn in Deutschland-Takt einbinden

Der elf Kilometer lange Pfaffensteigtunnel könnte die Gäubahn unterirdisch unter den Fildern hindurchführen und am Flughafen in die geplante Fernbahnstation münden. Von dort aus sollen Reisende eines Tages weiter zum neuen Stuttgarter Tiefbahnhof "Stuttgart 21" fahren.

Bisher sollten die Züge aus Richtung Horb über die S-Bahn-Gleise zum Flughafen geführt werden. Doch für S-Bahn-Züge sowie den Regional- und Fernverkehr wäre kaum Platz gewesen. Der Tunnel würde die Gäubahn nach Angaben der Bahn in den Deutschland-Takt einbinden, der einen Halbstundentakt auf den wichtigsten Verbindungen im Fernverkehr vorsieht. Allerdings fehlen noch konkrete Zusagen des Bundes, der die Bahn aber mit der Vorplanung beauftragt hat.

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Kritiker erwarten weitere Kostensteigerungen bei Stuttgart 21

Erst vor kurzem hatten die erneut stark steigenden Kosten für das Großbauprojekt Stuttgart 21 für Schlagzeilen gesorgt. Nach aktuellen Annahmen summieren sich die Investitionen für den Bau des Stuttgarter Tiefbahnhofs und weiterer Projekte auf mehreren Trassen auf insgesamt rund 9,2 Milliarden Euro, hinzu kommt ein Vorsorgepuffer. Mit Blick auf die explodierenden Kosten auf dem Bau und stockende Lieferketten erwarten Kritiker weitere Kostensteigerungen.

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