Das Mädchen Tala aus dem Film "Tala'vision", der den Studenten-Oscar gewonnen hat - eine Koproduktion des SWR mit der Filmakademie Ludwigsburg. (Foto: SWR/Filmakademie BW)

Von der Filmakademie Baden-Württemberg

SWR-Koproduktion "Tala'vision" gewinnt Studenten-Oscar

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Der Film "Tala'vision" von Murad Abu Eisheh hat den Studenten-Oscar in Gold gewonnen. Damit geht die begehrte Auszeichnung zum siebten Mal an die Filmakademie Ludwigsburg.

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Die Freude ist groß in Ludwigsburg und Stuttgart: Mit dem Studenten-Oscar für die SWR-Koproduktion "Tala'vision" ist die Filmakademie Baden-Württemberg nach eigener Aussage zusammen mit einer britischen Filmhochschule die erfolgreichste internationale Filmhochschule in der Geschichte der Student Academy Awards. Insgesamt 18 Mal schaffte es eine Studentenproduktion aus Ludwigsburg in die letzte Runde des Wettbewerbs in Los Angeles. Er gilt als wichtigster internationaler Preis für Studierendenfilme.

Ein achtjähriges Mädchen in Syrien und ein Fernseher

"Tala'vision" erzählt die Geschichte der fussballbegeisterten Tala aus Syrien. Ihr einziges Vergnügen in dem vom Krieg zerrütteten Land findet sie in einem Fernseher, den ihr Vater jedoch wegen eines Verbots abgeben muss. Als sie die Langeweile nicht mehr aushält, beschließt die Achtjährige, einen Fernseher zu stehlen. Doch das hat Folgen.

IS-Verbot von Fernsehern animierte zum Film

Regisseur des preisgekrönten Werks ist Murad Abu Eisheh. Er hat eigene Erfahrungen in den Film eingearbeitet. Er kann sich noch genau daran erinnern, dass der Fernseher in seiner Kindheit das Zentrum der Welt war. Und daran, dass der sogenannte IS (Islamische Staat) 2014 ein Gesetz verabschiedete, das den Besitz von Fernsehern verbot. "Welche destruktiven Ausmaße ein solch simpler Akt auf das Leben von Tausenden von Kindern haben könnte, ließ mich über Jahre nicht mehr los - bis ich anfing, daraus ein Drehbuch zu entwickeln", schildert Eisheh seine Beweggründe zu diesem Film.

Lob und Anerkennung

Für seinen Oscar-gekrönten Film bekam Eisheh nicht nur von der Filmakademie viel Lob. Für Akademie-Direktor Thomas Schadt macht die Erzählperspektive aus Sicht der betroffenen Menschen den Film besonders wertvoll. Dem Team von "Tala'vision" sei es gelungen, gesellschaftliche Realitäten zu hinterfragen, so Schadt. Auch die grüne Staatssekretärin im Kunstministerium Petra Olschowski gratulierte und würdigte den Film, der dazu auffordere, sich mit gesellschaftlichen und politischen Missständen auseinanderzusetzen und den Blick in andere Kulturen zu richten.

Glückwünsche auch von SWR-Intendant Gniffke

"Tala'vision" ist eine deutsch-jordanische Koproduktion mit Unterstützung des Förderprogramms "Junges Programm" des SWR. SWR-Intendant Kai Gniffke zeigte sich begeistert über den Studenten-Oscar für "Tala'vision" und bezeichnete es als "Privileg", dass der SWR mit diesem Förderprogramm die Arbeiten der Studierenden an der Filmakademie begleiten und fördern könne. "Es schlägt eine Brücke zwischen Sender und Akademie", so Gniffke.

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