Sabrina Scholz sitzt an ihrem Küchentisch (Foto: SWR)

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Alleinerziehende Mutter setzt auf Geld sparen durch günstige Lebensmittel

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Sabrina Scholz, 38 Jahre, ist dreifache Mutter aus Ludwigsburg. Ihr Traum ist es, nach Jahren mal wieder in den Urlaub zu gehen. Doch die Reise hat sie nun gestrichen.

Sabrina Scholz ist stolz. Vor einem Jahr hat sie ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin abgeschlossen – mit besten Noten. Jetzt arbeitet sie als Krankenpflegerin in den RKH Kliniken in Ludwigsburg, Station Gefäßchirurgie. Die 38-Jährige hat drei Kinder im Alter von 6, 16 und 20 Jahren. Um für sie da zu sein, hat sie ihren Job auf 80 Prozent reduziert.

Sabrina Scholz arbeitet als Krankenpflegerin in der Gefäßchirurgie in Ludwigsburg  (Foto: SWR)
Sabrina Scholz arbeitet als Krankenpflegerin in den RKH-Kliniken in Ludwigsburg. Mit ihrem Gehalt geht sie sparsam um.

Sorge vor explodierenden Heizkosten

Ihr Verdienst in der Klinik liegt netto bei 1.700 Euro. Dazu kommt Unterhalt von ihrem geschiedenen Mann und Kindergeld. Zusammen sind das 2.500 Euro pro Monat, die Sabrina Scholz zur Verfügung stehen. Davon gehen 830 Euro Miete ab, außerdem Stromkosten und Müllgebühren. Wenn sie an die gerade explodierenden Heizkosten und den Winter denkt, wird der 38-Jährigen oft mulmig. Während der Ausbildung hat sie die Kosten für das Heizen noch bezahlt bekommen. Seit März diesen Jahres muss sie selbst dafür aufkommen.

Günstige Tagesausflüge statt Urlaub

In eine Spardose wirft Sabrina Scholz jetzt schon regelmäßig Geld, das sie übrig hat. Damit sollte es eigentlich nach Ägypten in den Sommerurlaub gehen - für sie der erste Urlaub seit Jahren, wie sei sagt. Aber den hat sie selbst gestrichen. Stattdessen wird sie das Geld für steigende Heizkosten verwenden.

Suche nach günstigen Lebensmitteln

Gespart wird auch an anderer Stelle. Einkaufen beim Discounter ist normal. Im Supermarkt greift sie vor allem bei Sonderangeboten und herabgesetzten Preisen zu. Trotz allem versucht Sabrina Scholz ihren Kindern so viele Wünsche wie möglich zu erfüllen. "Ich mache dann lieber bei mir selbst Abstriche", sagt die 38-Jährige.

SWR: Frau Scholz, wie blicken Sie auf den Herbst und Winter?

Sabrina Scholz: "Ich hab mir ein Sparkässle zugelegt. Das Geld, das da reinkommt, war eigentlich für den Urlaub gedacht. Ich war seit Jahren nicht mehr richtig im Urlaub. Da sind jetzt etwas über 300 Euro drin. Das wird jetzt wahrscheinlich für die Heizkosten draufgehen."

Der Urlaub findet dann also zu Hause statt, oder?

Sabrina Scholz: "Ich werde Tagesausflüge machen. Ich hab mir vor zwei Jahren ein Stand-Up-Paddling-Board gekauft. Damit suche ich mir immer einen Fluss oder einen See aus, pack meine Getränkekiste, mein Kind ein und dann erkunde ich mit Freundinnen Flüsse oder Seen in der Gegend."

Wie ist das für Ihre Kinder zu sparen? Machen die das mit?

Sabrina Scholz: "Ja. Wir achten zusammen auf Angebote in den Supermärkten oder Discountern. Und ich achte auch auf meinen kleinen Sohn (Emiliano, 6 Jahre alt), das er beim Einkaufen nicht bei den teuren Regalen zugreift, wo die Markenprodukte stehen. Und mancher Konsumwunsch lässt sich auch verschieben. Ich sag dann immer: 'Du hast doch bald Geburtstag. Dann gibt es das. Oder zu Weihnachten.'“

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