Was tun gegen die steigenden Strompreise?

Stadtwerke Schorndorf: Photovoltaik-Module für den Balkon

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Die Preise für Strom steigen seit Jahren, der Ukraine-Krieg hat das nochmal verschärft. Die Stadtwerke Schorndorf bieten jetzt Solarmodule für den Balkon an - für die Eigenproduktion.

Angesichts steigender Strompreise bietet es sich für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer geradezu an: eine Photovoltaik-Anlage (PV) aufs Dach setzen und damit die Stromkosten deutlich senken. Der Preis für die PV-Module macht sich je nach Größe schon nach wenigen Jahren bezahlt. Ab Mai sind die Solaranlagen in Baden-Württemberg auch auf privaten Neubauten sogar Pflicht.

Ein durchschnittlicher deutscher Vier-Personen-Haushalt verbraucht 4.000 kWh im Jahr. Photovoltaik-Anlagen auf Privathäusern können einen großen Teil dazu beitragen, diesen Bedarf abzudecken. Das Foto zeigt Photovoltaikmodule auf einem Hausdach. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)
Ein durchschnittlicher deutscher Vier-Personen-Haushalt verbraucht 4.000 kW/h Strom im Jahr. Photovoltaik-Anlagen auf Privathäusern können einen großen Teil dazu beitragen, diesen Bedarf abzudecken. (Symbolbild) picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Balkonmodule - die kleine Lösung für fast jeden

Für Mieter oder Besitzer von Wohnungen ist es schon deutlich schwieriger, sich mit einer PV-Anlage auszurüsten. Die Stadtwerke Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) bieten seit ein paar Tagen ein kleines Set aus zwei Solarmodulen an. Das kann zum Beispiel am Balkongeländer, auf der Garage oder auf einem Gartenhäuschen installiert werden. "Die lohnen sich für jeden Haushalt", sagt Elena Kübler von den Schorndorfer Stadtwerken. "Jeder hat Geräte, die immer laufen, einen Kühlschrank oder eine Gefriertruhe beispielsweise." Informationen zum benötigten Zweirichtung-Stromzähler, zur Anmeldung beim Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur finden sich den Internetseiten der Stadtwerke Schorndorf.

"Jeder kann damit seinen Strombedarf reduzieren, den er aus dem Netz bezieht."

Wann rechnet sich die Mini-PV-Anlage?

Das sogenannte Balkonmodul-Set kostet 690 Euro und besteht aus zwei PV-Modulen mit Wechselrichter und Anschlusskabel. Damit können im Schnitt 600 Kilowattstunden (kWh) im Jahr erzeugt werden. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt 4.000 kWh jährlich, das entspricht bisher Stromkosten von rund 1.270 Euro. Mit dem Balkonmodul kann also rund ein Sechstel eingespart werden. Und je schneller die Stromkosten steigen, desto schneller ist der Kaufpreis damit wieder drin. Der Strom aus dem Balkonmodul wird also ins Stromnetz eingespeist. Dazu meldet man sich beim Marktstammdatenregister an und die Stadtwerke rechnen dann aus den Zählerdaten ab.

Stadtwerke: Große Nachfragen nach Balkon-Modulen

Das neue Angebot werde bereits gut angenommen, sagen die Stadtwerke Schorndorf. Und auch die klassischen PV-Anlagen fürs Hausdach laufen derzeit gut. Der kaufmännische Geschäftsführer Daniel Beutel spricht vom Rund-um-sorglos-Paket. "Der Kunde muss nur mit uns sprechen, wir regeln alles im Hintergrund, dass dann am Ende eine fertige Anlage auf dem Dach ist. Idealerweise mit Speicher, dass die Autarkie noch größer wird." Einige Kunden, die E-Fahrzeuge nutzen, würden auch schon nach Wallboxen nachfragen.

PV-Modulverkauf für Balkon: neues Geschäftsfeld für die Stadtwerke

Eigentlich leben die Stadtwerke vom Verkauf von Energie – und nicht davon, die Kunden zum Selbstversorger zu machen. Trotzdem mache das Angebot Sinn, findet Daniel Beutel, selbst wenn die Schorndorfer Stadtwerke dadurch weniger am Strom verdienen. Ohne dieses Angebot "hätten wir nur den geringeren Stromabsatz und keinen Verkauf von PV-Anlagen".

"Für uns ist das alternativlos. Wenn wir es nicht anbieten, gibt es andere Marktplayer."

"Deshalb haben wir uns entschieden, dass wir in neue Geschäftsfelder reingehen, mit Photovoltaik, mit E-Mobilität, um da auch die Kundenbeziehung zu erweitern", sagt Geschäftsführer Beutel. Dazu kommt, dass die Stadt Schorndorf bis 2035 klimaneutral werden möchte. Die Stadtwerke wollen mit ihrem PV-Angebot für Dach und Balkon ihren Teil dazu beitragen.

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