In Sindelfingen soll nach dem Umzug der Kliniken ein neuer Stadtteil entstehen. (Foto: SWR)

Nach dem Klinikumzug ist ein neuer Stadtteil geplant

IBA'27-Projekt: In Sindelfingen könnten 900 Wohnungen entstehen

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Beate Metschies
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Christian Spöcker

Wohnen oder Bauen in der Region Stuttgart ist ein Dauerthema. Nun bietet sich aus Sicht der Stadt Sindelfingen (Kreis Böblingen) eine große Chance für einen neuen Stadtteil.

Noch befinden sich oberhalb der Stadt die Kliniken Sindelfingen - und das in einer guten Lage. Doch in vier Jahren sollen sie auf das Flugfeld Böblingen ziehen. Die Stadt hat für die Zeit danach bereits Pläne für das freiwerdende Areal. "Wir wünschen uns hier ein Quartier", erzählt Sindelfingens Baubürgermeisterin Corinna Clemens dem SWR.

"Wir wollen ein gemischtes Quartier, in dem auch gearbeitet werden kann, in dem ganz verschiedene Leute leben, wohnen und arbeiten."

In Sindelfingen soll nach dem Umzug der Kliniken ein neuer Stadtteil entstehen. (Foto: SWR)
Sindelfingens Baubürgermeisterin Corinna Clemens sieht großes Potential.

Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass rund 3.000 Menschen im neuen Stadtteil leben und arbeiten sowie 900 Wohnungen entstehen könnten.

16 Bauprojekte sollen die Region Stuttgart verändern

Das Sindelfinger Großprojekt findet im Rahmen eines noch größeren Bau-Projekts in der Region Stuttgart statt, nämlich der "Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart", kurz IBA'27. Von 150 Bau-Ideen sind im Laufe der Planungen 16 Projekte übriggeblieben, die nun umgesetzt werden, darunter das neue Sindelfinger Stadtquartier.

Die Projekte seien "auf einem guten Weg", teilte IBA-Intendant Andreas Hofer am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz mit. Die IBA'27 sei "erwachsen geworden", so Hofer.

IBA-Projekte sollen sich von üblichen Bauprozessen abheben

Bei allen 16 verbliebenen Bauprojekten in der Region Stuttgart, von denen sechs in der Landeshauptstadt liegen, lautet die Vorgabe durch die IBA'27-Richtlinien, dass die Planerinnen und Planer die heutigen Ansprüchen an Klimaschutz und Klimafolgenanpassung beachten. Im Fall des neuen Sindelfinger Stadtteils kommt eine Studie beispielsweise zu dem Ergebnis, dass das zu erwartende Verkehrsaufkommen durch die neuen Einwohnerinnen und Einwohner nicht höher werde als durch den bisherigen Klinikbetrieb.

Die Abrissbirne ist tabu

Das neue Flugfeldklinikum Böblingen-Sindelfingen soll in drei Jahren fertiggebaut sein. Dann kann am alten Standort umgebaut werden.

In Sindelfingen soll nach dem Umzug der Kliniken ein neuer Stadtteil entstehen. (Foto: SWR)
Das Planungsteam will genau prüfen, welche Gebäude abgerissen und welche anders genutzt werden sollen.

Doch die die Kliniken, die in den 1960er-Jahren massiv mit viel Material gebaut wurden, sollen entsprechend der nachhaltigen IBA-Ziel nicht einfach abgerissen werden, erklärt die IBA-Projektleiterin Barbara Brakenhoff.

„Im 21. Jahrhundert schauen wir Gott sei dank viel mehr darauf, dass Gebäude erhalten bleiben, und wir werden das ganz genau untersuchen, und das tun wir gerade auch.“

In Sindelfingen soll nach dem Umzug der Kliniken ein neuer Stadtteil entstehen. (Foto: SWR)
IBA-Projektleiterin Barbara Brakenhoff will Gebäude lieber umwidmen als sie einfach abzureißen.

Bis zum Umzug der Kliniken soll nach Angaben von Sindelfingens Baubürgermeisterin Corinna Clemens außerdem ein städtebaulicher Wettbewerb für diese acht Hektar große Fläche stattfinden. Außerdem haben Studentinnen und Studenten bereits Ideen für das Areal entwickelt, zu denen viele Grünflächen und offene Dachterrassen gehören. Dann gehe es darum, dass die Flächen vermarktet und bebaut werden können.

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