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Nach der Erkrankung von mehreren Bauarbeitern auf den Baustellen des Bahnprojekts Stuttgart 21 an Covid-19 sind 43 Kontaktpersonen in eine sogenannte Schutzunterkunft gebracht worden.

Zunächst waren über 90 Männer in Quarantäne in einer Arbeiterunterkunft und wurden vorsorglich auf das Virus untersucht. 19 Personen wurden positiv getestet. Diese und ihre direkten Kontaktpersonen mussten daher in eine gesonderte Isolation. Wer symptomfrei und negativ getestet worden sei, für den habe die Isolation geendet. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Schutzunterkünfte sind leer geräumte Hotels, in denen Menschen untergebracht werden, die mit Corona-infiziert sind bzw. Verdachtsfälle, bei denen aber eine häusliche Isolation schwierig ist, weil sie beispielsweise in einer Sammelunterkunft leben.

SWR-Fernsehbeitrag vom 22.4.2020 19:30 Uhr SWR Aktuell

S21-Gegner fordern die Bauarbeiten einzustellen

Laut Corona-Verordnung ist der Betrieb von Baustellen erlaubt. Allerdings müssen auch auf Baustellen Vorsichtsmaßnahmen zum Arbeitsschutz und gegen eine Ausbreitung des Coronavirus eingehalten werden. Ein Bahnsprecher hatte am Montag erklärt: "Wir erwarten von unseren Auftragnehmern und deren Subunternehmern selbstverständlich, dass sich diese strikt an die behördlichen Regelungen zur Eindämmung der Übertragung des Corona-Virus halten."

Gegner des Projekts hatten gefordert, die Bauarbeiten umgehend einzustellen. Man habe bereits Ende März vor den Ansteckungsrisiken auf den S21-Baustellen gewarnt und einen Baustopp gefordert, kritisierte das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21.

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