Bei schönem Osterwetter kamen Tausende zu den letzten Tagen der Offen Baustelle für das Bahnprojekt Stuttgart 21.  (Foto: Infoturm Stuttgart / Foto: Thomas Niedermüller)

S21-Baustellen-Besichtigungen ziehen 59.000 Interessierte an

S21-Baustellen-Besichtigungen ziehen 59.000 Interessierte an

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Die vermutlich letzte Besichtigung der Großbaustelle für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof vor der Inbetriebnahme - voraussichtlich 2025 - hat zehntausende Besucher angelockt.

Der Verein "Bahnprojekt Stuttgart-Ulm" hatte über das Osterwochenende von Samstag, 16. April bis Montag, 18. April, Interessierte eingeladen, die Baustellen von Stuttgart 21 zu besichtigen. Zu sehen war auch der derzeit im Umbau befindliche Bonatzbau und die neue Bahnsteighalle im Untergrund samt ihrer markanten Kelchstützen. Der Eintritt war frei.

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Nach Angaben der Veranstalter kamen insgesamt 59.000 Besucherinnen und Besucher. Am Ostersamstag waren es rund 15.000 Menschen, am Ostersonntag etwa 18.000 und an Ostermontag rund 26.000 Besucherinnen und Besucher. "Wir wussten, dass sich die Menschen für S21 und die Folgeprojekte interessieren. Dass das Interesse aber so groß ist, hätten wir nicht erwartet", hieß es in einer Mitteilung des Vereins "Bahnprojekt Stuttgart-Ulm".

Letzte Möglichkeit zum Besuch der Baustelle

Dem Verein zufolge waren es die letzten Baustellenbesichtigungen vor der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2025. Geboten waren unter anderem ein Kinderbagger und eine Kinder-Osterralley für Familien sowie über 20 Informationspunkte auf dem gesamten Baustellengelände.

Einmal mit im Bagger sitzen: Bei den "Tagen der offenen Baustelle" erfreute sich gerade das Baugerät großer Beliebtheit. Entsprechend Programm gibt es grade für Kinder und Familien. (Foto: Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm | Foto: Thomas Niedermüller)
Einmal mit im Bagger sitzen: Bei den "Tagen der offenen Baustelle" erfreute sich vor allem auch das Baugerät großer Beliebtheit. (Archiv) Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm | Foto: Thomas Niedermüller

Informationen zu Artenschutz, Kelchstützen und Tunnelbau

Der Verein hatte einen Rundweg durch die Großbaustelle am Stuttgarter Hauptbahnhof eingerichtet. Thematisiert wurden auch der Umwelt- und Artenschutz, die architektonisch neuartigen Kelchstützen, der Tunnelbau und die Verknüpfung von S21 mit der Neubaustrecken Wendlingen-Ulm.

Interessierte konnten sich bei den Stuttgart-21-Besuchertagen über Ostern unter anderem die markanten Kelchstützen ganz aus der Nähe anschauen.  (Foto: Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm | Foto: Arnim Kilgus)
Interessierte konnten sich bei den Stuttgart-21-Besuchertagen über Ostern unter anderem die markanten Kelchstützen ganz aus der Nähe anschauen. Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm | Foto: Arnim Kilgus

Im Winter waren die "Tage der offenen Baustelle" ausgefallen

Ursprünglich hätten die "Tage der offenen Baustelle" Anfang Januar stattfinden sollen. Aus Gründen des Gesundheits- und Mitarbeiterschutzes hatte sich der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm allerdings entschieden, die Veranstaltung abzusagen - beziehungsweise zu verschieben.

Das Angebot hatte in der Vergangenheit viel Zuspruch erfahren: Bei den letzten Besuchertagen vor Corona im Januar 2020 kamen nach Vereinsangaben mehr als 64.000 Besucherinnen und Besucher. Auch die regulären Führungen sind stark nachgefragt - für 2021 zählte der Verein 750 Baustellenbesichtigungen mit 30.000 Interessierten.

"Die Menschen informieren sich nun mal gerne direkt und vor Ort, um sich ihr eigenes Bild machen zu können."

Auf der Großbaustelle des milliardenschweren Bahnprojekts Stuttgart 21 ist man derzeit mit der Fertigung der Kelchstützen für den unterirdischen Bahnhof beschäftigt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)
Auf der Großbaustelle des milliardenschweren Bahnprojekts Stuttgart 21 ist man derzeit mit der Fertigung der Kelchstützen für den unterirdischen Bahnhof beschäftigt. picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Ewiger Zankapfel S21: Kosten, Fertigstellung, Ergänzungsbahnhof

Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm und insbesondere der S21-Teil des Vorhabens sind seit vielen Jahren umstritten. Aktuell wird etwa um einen Ergänzungsbahnhof, die Mehrkosten für das Großprojekt und die Inbetriebnahme insbesondere mit Blick auf die Einbindung des Flughafens Stuttgart diskutiert. An der Fertigstellung des Tiefbahnhofs im Stuttgarter Kessel hängt zudem die Entwicklung des Rosenstein-Quartiers auf den bisherigen Gleisflächen des Hauptbahnhofs.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass sich das Bahnprojekt erneut verteuert.  (Foto: picture-alliance / dpa, Larissa Schwedes)
Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass sich das Bahnprojekt erneut verteuert. Larissa Schwedes

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