STAND

Die Schlachthofgenossenschaft Gärtringen (Kreis Böblingen) hat ein Konzept für den Neustart des Schlachthofs vorgelegt. Aktuell ist der Betrieb wegen Tierschutzverstößen geschlossen.

Gärtringen Schlachthof vor dem Aus. (Foto: dpa Bildfunk, Sebastian Gollnow)
Gärtringer Schlachthof Sebastian Gollnow

Zum dritten Mal hat am Montag der Runde Tisch zum Schlachthof Gärtringen getagt und sich mit dem neuen Konzept beschäftigt, das die Schlachthofgenossenschaft erstellt hat. Danach sollen künftig rund 1.200 Tiere pro Woche geschlachtet werden: 1.000 Schweine, 100 Rinder und 100 Lämmer. Vor einem möglichen Neustart muss aber noch viel gebaut werden.

Austausch der kritisierten Betäubungsanlage und mehr

Das neue Konzept sieht vor, dass das Gefälle der steilen Rampe entschärft, die Betäubungsstation ausgetauscht, die Gänge des Zutriebs tiergerechter gestaltet und Entwässerungs- sowie Lüftungsanlagen erneuert werden. Außerdem soll ein neuer Bodenbelag auf den Betonboden aufgebracht werden, um das Gehen für die Tiere angenehmer und leiser zu machen. Für Bio-Landwirte sollen künftig Schlachtungen auf der Weide angeboten werden.

Finanzierung noch offen

Der Böblinger Landrat Roland Bernhard ist von dem neuen Konzept überzeugt: "Mein erster Eindruck ist gut," heißt es in einer Pressemitteilung. "Hier wurde profunde Planungsarbeit geleistet, auf die man aufbauen kann." Die Finanzierung ist allerdings noch offen. Mach ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten auf über 4,2 Millionen Euro.

Als nächster Schritt soll das Konzept an das Landwirtschaftsministerium und das Regierungspräsidium weitergeleitet werden - in der Hoffnung, dass sich das Land finanziell beteiligt. Der Schlachtbetrieb soll nach den Wünschen der Verantwortlichen wissenschaftlich begleitet werden.

Schläge, Tritte, unprofessionelle Betäubung Warum musste der Schlachthof Gärtringen schließen?

Nach Tierschutzverstößen ist der Schlachthof Gärtringen Ende September geschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Was sind die Hintergründe? Was ist bislang geschehen?  mehr...

Tierquälerei in Gärtringen Schlachthof-Skandal: Agrarminister Hauk weist Vorwürfe zurück

Im Tierquälerei-Skandal am Schlachthof Gärtringen (Kreis Böblingen) hat BW-Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) Kungelei-Vorwürfe der Opposition zurückgewiesen. Der Fall war am Dienstag Thema im baden-württembergischen Landtag.  mehr...

Zukunftskonzept soll erarbeitet werden Nach Vorwurf der Tierquälerei: Schlachthof Gärtringen wohl noch bis Mitte 2021 geschlossen

Der Schlachthof in Gärtringen (Kreis Böblingen) ist Anfang September wegen mutmaßlicher Tierquälerei vorübergehend geschlossen worden - jetzt ist eine Wiedereröffnung in die Ferne gerückt.  mehr...

STAND
AUTOR/IN