Ein Jahr nach der Grundsteinlegung wurde am Donnerstag Richtfest für den Neubau des Tumorzentrums am Klinikum Stuttgart gefeiert. Anfang 2024 soll es eröffnet werden. Auf dem Bild ist ein Krank an einem Kranhaken vor dem Baugerüst zu sehen. (Foto: SWR, Christoph Ulmer)

Interdisziplinäre Krebstherapie auf 14.000 qm

Stuttgart Cancer Center: Richtfest für neues Tumorzentrum

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Eine maßgeschneiderte Therapie für Krebspatienten soll es im neuen Tumorzentrum "Eva Mayr-Stihl" im Klinikum Stuttgart künftig geben. Beim Richtfest gab es einen ersten Einblick.

Alles unter einem Dach - so könnte es kurz zusammengefasst werden, was im künftigen Stuttgart Cancer Center - Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl entstehen soll. Am Donnerstag wurde Richtfest im Klinikum Stuttgart für das neue Tumorzentrum gefeiert.

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Ab Anfang 2024 sollen hier jährlich rund 11.000 neu diagnostizierte Krebspatienten behandelt werden. In das Gebäude mit über 14.000 qm Fläche ziehen die Geschäftsstelle des Stuttgart Cancer Center als Anlaufstelle für Krebspatienten, die onkologische Tagesklinik, Stationen und Erweiterungen der Nuklearmedizin und der Strahlentherapie ein. Beim Richtfest sagte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne), es entspreche dem Bedarf der Patientinnen und Patienten und sei medizinisch sehr sinnvoll, alle Teile der Krebsmedizin unter einem Dach zu bündeln.

"Ambulante und stationäre Versorgung greifen direkt ineinander. Diesem Ansatz gehört die Zukunft."

Im neuen Tumorzentrum in Stuttgart sollen künftig auf mehr als 14.000 qm verschiedene Bereiche der Tumorbehandlung unter einem Dach gebündelt und so besser vernetzt werden. Auf dem Bild ist der eingerüstete Rohbau zu sehen. (Foto: SWR, Christoph Ulmer)
Im neuen Tumorzentrum in Stuttgart sollen künftig auf mehr als 14.000 qm verschiedene Bereiche der Tumorbehandlung unter einem Dach gebündelt und so besser vernetzt werden. Christoph Ulmer

Interdisziplinäre Behandlung soll bessere Heilung bringen

Der Vorstand des Klinikums Stuttgart, Jan Steffen Jürgensen, sagte beim Richtfest, eine interdisziplinäre Behandlung führe "nachweislich zu deutlich besseren Ergebnissen und höheren Überlebensraten." Bei einer interdisziplinären Behandlung arbeiten verschiedene Fachrichtungen eng zusammen und stimmen sich untereinander ab. Im neuen Tumorzentrum sollen Onkologen, Chirurgen, Strahlentherapeuten, Nuklearmediziner, Psychologen, Physiotherapeuten, Molekulargenetiker und neu etablierte Patientenlotsen zusammenarbeiten.

Anfang 2024 soll das Tumorzentrum eröffnet werden

Aktuell sei alles im Zeitplan und auch im vorgesehenen Kostenrahmen, so Stuttgarts Finanz- und Krankenhausbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU). Die Planung für den Neubau sieht ein Gesamtbudget von rund 95 Millionen Euro vor. Gefördert wird das Tumorzentrum durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung, die einen Sequenzierer - ein besonders leistungsstarkes Gerät für die molekulargenetische Analytik - für das Tumorzentraum angeschafft hat. Der Sequenzierer ermögliche eine komplette Analyse zahlreicher Tumorgenome parallel innerhalb von nur 48 Stunden.

Der Neubau des Tumorzentrums ist Teil eines umfassenden Erneuerungsprozesses des Klinikums Stuttgart. Das dazu gehörende Katharinenhospital wird derzeit für über 800 Millionen Euro neu gebaut.

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