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Das Metropolkino in seinem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude in Stuttgart soll zu einer Kletterhalle werden. Der Mietvertrag ist unterschrieben. Aber noch regt sich Widerstand.

Ein paart Treppenstufen führen hinauf zum Metropol-Kino (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Marijan Murat)
Das Metropol-Kino in Stuttgart soll in eine Boulderhalle umgewandelt werden, Marijan Murat

An der Entscheidung des Gebäudeeigentümers, das Metropol-Gebäude in Stuttgart an den Betreiber einer Boulderhalle (deutsch: Kletterhalle) zu vermieten, gibt es eigentlich nichts mehr zu rütteln. Der Mietvertrag mit dem Boulderhallenbetreiber sei rechtsverbindlich und für beide Seiten bindend, heißt es in einem Schreiben von Union Investment an den SWR. Das Unternehmen betont außerdem, dass es dialogbereit gewesen sei.

Grünen im Gemeinderat fühlen sich brüskiert

Die Fraktion der Grünen im Gemeinderat hatte sich für den Verbleib des Metropol-Kinos stark gemacht. Der Fraktionsvorsitzende Andreas Winter fühlte sich brüskiert, als er in der Zeitung von den neuen Plänen für das Metropol-Gebäude erfuhr: "Auch in den Medien war das Engagement des Gemeinderats abzulesen." Nicht nur der Stuttgarter Gemeinderat war überrascht.

Kinobesitzer Lochmann wartete auf ein Angebot

Filmtheaterunternehmer Heinz Lochmann aus Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) betreibt die Traumpalast-Kinos in der Region und weitere in Hamburg, Hannover und Berlin. Er wollte das Metropol als Kino weiterführen, hatte über seinen Anwalt auch Kontakt zu Union Invest und wartete auf ein Mietangebot. Als er erfuhr, dass Union Invest schon anders entschieden hatte, war er "komplett überrascht", wie er dem SWR sagte.

Die Stadt ist irritiert

Auch die Stadt Stuttgart zeigte sich irritiert über die Neuvermietung des Metropol-Gebäudes. Kulturbürgermeister Fabian Mayer weiß von mehreren Interessenten aus der Kinobranche. Die Aussage von Union Invest, dass die Stadt eine Unterstützung des Kinobetreibers abgelehnt habe, weist Mayer zurück. "Wir haben das Gegenteil zum Ausdruck gebracht", sagte er dem SWR. Er räumt aber ein, von Verhandlungen mit dem Kletterhallenbetreiber gewusst zu haben. Die Stadt habe einen Dialogprozess zum Metropol gestartet und Interessenten aus dem Kinobereich an Union Invest verwiesen.

Gibt es noch Hoffnung für Kinoliebhaber?

Ob die Boulderhalle noch verhindert werden und der Traum von einem weiteren Kinobetrieb doch noch Wirklichkeit werden kann, ist fraglich. Der Denkmalschutz könnte noch sein Veto gegen die Umbaupläne einlegen und Kulturbürgermeister Mayer will sich für eine Fortführung des Dialogs einsetzen.

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