Vor einem Supermarkt

Ditzingen: Beleidigung und Bedrohung mit einer Waffe

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Die Polizei sucht Zeugen einer Bedrohung mit einer Waffe in Ditzingen. Der Waffenbesitzer soll einen Autofahrer nicht nur bedroht, sondern auch rassistisch beleidigt haben.

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Friso Gentsch)
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Dienstagabend auf einem Supermarkt-Parkplatz in Ditzingen (Kreis Ludwigsburg): Ein 42-jähriger Mann parkt seinen Pritschenwagen und schickt seinen Sohn schnell in den Supermarkt, um etwas zu trinken zu kaufen. Allerdings parkt er sein Auto quer und belegt damit drei Parkplätze. Darüber regt sich ein 52-Jährigen Autofahrer ziemlich auf. Denn auf einem der Plätze wollte er sein Auto parken.

Waffe an den Bauch gehalten

Es kommt zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern, die immer schärfer wird. Worte wie "Arschloch" fallen und weitere Schimpfworte. Schließlich zieht der 52-Jährige eine Waffe und hält sie dem Pritschwagenfahrer an den Bauch. "Da habe ich Angst und fast Panik bekommen, ich habe sowas noch nie erlebt", berichtet er im SWR. Und dass er sein Handy gezückt und die Polizei gerufen habe. Der 52-Jährige reagiert und legt die Waffe zurück in sein Auto. Er will wegfahren, doch der 42-Jährige hält ihn zurück.

"Geh Sie dahin, wo Sie herkommen"

Als die Familie des Waffenbesitzers dazukommt, seien auch Sätze wie "Gehen Sie dahin, wo Sie herkommen" gefallen, berichtet der Pritschenwagenfahrer. Worte, die er schlimm findet. Denn er kommt zwar aus dem Kosovo, lebt aber schon seit 30 Jahren in Deutschland, hat eine deutsche Frau und auch Familie hier. "Ich verstehe das nicht", sagt er. "Warum hat er sich so benommen?"

Waffe war eine Schreckschusspistole

Schließlich geht der Waffenbesitzer samt Familie im Supermarkt einkaufen und wird beim Verlassen des Supermarkts von der Polizei gestellt, die Pistole beschlagnahmt. Dabei stellt sich heraus, dass seine Waffe nur eine Schreckschusspistole ist.

Anzeige wegen Bedrohung und Beleidigung

"Natürlich darf er damit keinen Menschen bedrohen", sagt eine Sprecherin der Ludwigsburger Polizei. "Deswegen wird er auch wegen Bedrohung angezeigt. Außerdem dürfte der Straftatbestand der Beleidigung erfüllt sein." Laut Polizei darf er die Schreckschusspistole führen, weil er den kleinen Waffenschein besitzt. Den Pritschenwagenfahrer beruhigt das nicht. Bis heute leidet er unter Schlafstörungen. Er will nun einen Anwalt einschalten.

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