Emotionen pur - Public Viewing bei der Fußball-EM der Frauen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Fußball-WM in Katar

Kneipen in Stuttgart beteiligen sich an Boykott von Public Viewing

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Zahlreiche Kneipen in der Region Stuttgart und landesweit werden die Fußball-WM in Katar nicht im Public Viewing übertragen. Sie haben sich einer Protestbewegung angeschlossen.

Am 20. November beginnt die Fußball-WM in Katar. Doch zahlreiche Kneipen in der Region Stuttgart und landesweit werden die Spiele nicht im Public Viewing übertragen. Unter dem Hashtag #KeinKatarInMeinerKneipe schließen sich viele Wirte zusammen.

Diese Fußball-WM wird anders als alle anderen zuvor, nicht nur, weil sie im Winter stattfindet. Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle im Austragungsland Katar schockieren seit Monaten die Weltöffentlichkeit, eine moralische Diskussion ist entbrannt. Das Turnier in Katar beginnt am 20. November und endet am 18. Dezember, dem vierten Advent.

"Viele Speiselokale in der Region Stuttgart setzen auf Weihnachtsessen anstatt Public Viewing."

Der Deutsche Hotel-und Gaststättenverband in Baden-Württemberg (DEHOGA) gibt nach eigenen Angaben den Gastronomiebetrieben in der Region Stuttgart wie auch landesweit keine Empfehlung, formuliert auch keine Appelle. Wie sich die Gastronomie in der Landeshauptstadt verhalten werde, sei schwer einzuschätzen, so ein DEHOGA-Sprecher. Nur so viel: In den klassischen Fußballkneipen, Sports-und Sky-Bars werde die WM sicher übertragen. Dort, so der DEHOGA-Sprecher, erwarteten die Gäste das.

Die meisten Speiselokale signalisierten, dass Public Viewing kein Thema für sie sei, denn das müsse draußen stattfinden, drinnen mache es wenig Sinn. Zudem setzten viele Wirte in diesem Jahr auf den ersehnten Umsatz mit Weihnachtsessen und Weihnachtsfeiern.

Ein großer Ball mit der Jahreszahl 2022 steht auf einer Verkehrsinsel mit Kreisverkehr vor dem Trainigsgelände Al-Shamal sports Club in der Hafenstadt Al Ruwais. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)
Große Städte in Baden-Württemberg bieten während der Fußball-Weltmeisterschaft kein Public Viewing an. Picture Alliance/Picture Alliance

Stuttgart: Kein Public Viewing im "Schlesinger", "Maulwurf" und "Ritterstüble"

Einem Public Viewing-Boykott haben sich in Stuttgart bisher erst einige wenige Gastronomiebetriebe angeschlossen. Unter anderem das "Schlesinger" in der Innenstadt. "Die meisten Gäste", bestätigt Schlesinger-Geschäftsführer Martin Arnold, "reagieren darauf sehr positiv". Auch wenn Deutschland spiele, hätten ihm einige Fußball-Fans versichert, würden sie zum Essen ins Lokal kommen.

"Fußball-WM in Katar - ohne uns!"

Der "Maulwurf", Kneipe und Bar in Stuttgart, schreibt auf seiner Facebook-Seite: "Wir möchten nicht Teil dieser WM sein, die in jeder Hinsicht gegen alles steht, was für uns Fußballfans die WM ausmacht." Und im "Ritterstüble", einem Verein in Stuttgart-Heslach, haben die Betreiber bei ihren Mitgliedern eine Umfrage gestartet. Die Mehrheit ihrer rund 200 Mitglieder wollen demnach kein Public Viewing und wollen die WM damit boykottieren. So wie das "Ritterstüble", der "Maulwurf" und das "Schlesinger" haben sich weitere Lokale der bundesweiten Protestaktion "Boycott-Qatar"-Kampagne angeschlossen.

"Zom Täle"-Wirte in Urbach: Aktion "Kultur kickt Katar"

Die Wirte von "Zom Täle" in Urbach (Rems-Murr-Kreis) haben die Aktion "Kultur kickt Katar" ins Leben gerufen. Sie wollen die WM-Spiele nicht zeigen und stattdessen Kulturveranstaltungen organisieren - und rufen auch andere zum WM-Verzicht auf: "Wir rufen alle Fußballfans dazu auf, auf die WM als TV-Konsument zu verzichten und stattdessen im November und Dezember 2022 verstärkt kulturelle Veranstaltungen zu besuchen", auch um die "durch Corona so stark gebeutelte" Kultur- und Gastrobranche zu unterstützen.

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SWR