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Nach den Brandanschlägen von Marbach steht ein 42-Jähriger vor dem Landgericht Heilbronn. Die Taten hat er beim Prozesauftakt am Montag eingeräumt, doch das "System" erkenne er nicht an.

Der Angeklagte ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Er soll im Oktober Feuer in seiner Wohnung in Marbach (Kreis Ludwigsburg) gelegt haben, das auf die Nachbarwohnungen übergegriffen hat. Die Vorwürfe räumte der Angeklagte vor Gericht ein.

Angeklagter spricht von Unzufriedenheit mit dem "System"

Als Grund für die Anschläge nannte er Unzufriedenheit mit den politischen Umständen. Er wolle sich keine Untätigkeit vorwerfen lassen in dem Land "mit dem Grundgesetz als Märchenbuch". Der Mann, der vor Gericht auch Brandanschläge gegen die evangelische Kirche sowie die örtliche Polizeistation zugegeben hat, argumentierte, dass Bundeswehrsoldaten und Polizisten "Berufsmörder" seien. Auch die Kirche habe "Millionen Tote auf dem Gewissen". Steuern bezeichnete der Angeklagte als "Schutzgeld an das System". Er gab an, den Reichsbürgern nahe zu stehen.

Staatsanwaltschaft: Tod der Nachbarn in Kauf genommen

Den Tod der schlafenden Nachbarn hat er laut Anklage in Kauf genommen. Die vier Menschen konnten nur durch das beherzte Eingreifen von zwei Passanten gerettet werden. Der Angeklagte sagte dazu, dass er davon ausgegangen sei, dass den Mitbewohnern nichts passiere: "Die werde die Feuerwehr schon retten."

Der Richter reagierte irgendwann genervt auf die Argumentation des Angeklagten. Das seien Ausreden, nichts als Ausreden. "Aber vor der Verantwortung können Sie nicht flüchten." Die Aussagen des Angeklagten seien ihm "zu einfach und viel zu billig".

Acht Personen wurden leicht verletzt

Der Mann hatte sich damals nach Angaben der Polizei in einem "psychischen Ausnahmezustand" befunden. Nun soll geklärt werden, ob der Marbacher während der Taten uneingeschränkt schuldfähig war. Er selbst sagt über sich: "Ich bin klipp und klar im Kopf." Mit einem Urteil wird nicht vor Juni gerechnet.

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