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Ein 43-jähriger Mann aus Marbach (Kreis Ludwigsburg) hatte im Oktober 2020 in der Altstadt mehrere Brandanschläge verübt. Jetzt hat ihn das Landgericht Heilbronn verurteilt.

Urteil nach Brandstiftung in Marbach (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)
Nach den Brandanschlägen in der Marbacher Altstadt im vergangenen Oktober ist der Angeklagte am Freitag zu neun Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. (Symbolbild) picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Wegen versuchten Mordes in vier Fällen, schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung hat das Gericht den Angeklagten am Freitag zu einer Haftstrafe von neun Jahren und drei Monaten verurteilt. Damit liegt das Urteil höher als die von der Staatsanwaltschaft geforderte Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren. Die Verteidigung hatte viereinhalb Jahre beantragt.

Angeklagter hat Brandanschläge vor Gericht eingeräumt

Der Angeklagte hatte beim Prozessbeginn Ende März eingeräumt, Benzin in seiner Wohnung in Brand gesteckt und anschließend zwei selbstgebastelte Molotow-Cocktails gegen die Türen einer Kirche und eines Polizeireviers in Marbach geworfen zu haben. In dem Wohnhaus hatten sich lodernde Flammen und dichte Rauchschwaden ausgebreitet. Die Feuerwehr sowie mutige Zeugen, die zufällig vorbei kamen, hatten die Nachbarn im Oktober vergangenen Jahres gerettet. Acht Menschen wurden leicht verletzt.

"Man mag sich gar nicht vorstellen, was alles an diesem Tag hätte passieren können."

Gericht: Angeklagter hat Batterien aus Rauchmeldern entfernt

Der Angeklagte habe "heimtückisch" sowie "planerisch mit krimineller Energie" gehandelt, als er seine Wohnung abschloss und den Schlüssel abbrach, nachdem er Benzinkanister in drei Räumen angezündet hatte. Außerdem habe er die Batterien der Rauchmelder in seiner Wohnung und im Flur entfernt, damit das Feuer nicht entdeckt werden konnte.

Der Angeklagte hatte am ersten Prozesstag auf die Rauchmelder der Nachbarn verwiesen. Er habe nicht bewusst den Tod anderer Menschen in Kauf genommen. Als Grund nannte der Angeklagte vor allem Unzufriedenheit mit den politischen Umständen. Er nahm das Urteil ohne sichtbare Regung auf.

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