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In Stuttgart kam es am Samstagabend zu einem größeren Polizeieinsatz. Ursache war, dass mehrere hundert Menschen in der Innenstadt unterwegs waren und gegen die Corona-Regeln verstoßen haben sollen. Später flogen auch Flaschen.

Mehrere Hundert überwiegend junge Menschen haben sich nach Polizeiangaben am Samstag in der Stuttgarter Innenstadt getroffen und gegen Corona-Regeln verstoßen. Die Leute hatten sich am Abend im Bereich des Schlossplatzes versammelt - ein Großteil von ihnen hielt sich nicht an Abstandsregeln und trug keinen Mund-Nasen-Schutz, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag mitteilte.

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Polizisten mit Flaschen und Steinen beworfen

Weil auch gegen das Ansammlungs- und Alkoholverbot verstoßen worden sei, habe sich die Polizei dazu entschieden, die Menschen zum Gehen aufzufordern. Etliche wurden dabei nach Angaben der Polizei aggressiv, es bildeten sich Sprechchöre gegen den Einsatz. Mehrere Flaschen und Steine seien demnach in Richtung der Beamten geworfen worden, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Ein Beamter soll von einem Gegenstand am Helm getroffen worden sein, er blieb jedoch unverletzt.

Hunderte verstoßen gegen Corona-Regeln in Stuttgart. (Foto: 7aktuell.de)
Mehrere Betroffene müssen nach Polizeiangaben mit Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigungen, Beleidigungen sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte rechnen. 7aktuell.de

Ermittler prüfen Tatbestand des Landfriedensbruchs

Die jungen Menschen gingen anschließend in Kleingruppen davon und rissen Baustelleneinrichtungen, Blumenkübel, Leihräder sowie Mülleimer um, so die Polizei weiter. Die Menge zerstreute sich nahe des Hauptbahnhofs. Gegen 22 Uhr sei alles wieder ruhig gewesen.

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Stadtverwaltung will weitere Eskalation verhindern

Mehrere Menschen müssen nun mit Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung, Beleidigung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte rechnen. Die Ermittler prüfen zudem den Tatbestand des Landfriedensbruchs.

Innerhalb der Stadtverwaltung war die Betroffenheit groß. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) wollte sich auf SWR-Anfrage nicht äußern. Stellvertretend teilte der Pressesprecher der Stadt, Sven Matis, mit, die Ereignisse nicht überbewerten zu wollen. Dennoch erfülle es die Verantwortlichen mit Sorge, was die Polizei erlebt und geschildert habe. "Wir wollen hier ein klares Stoppsignal setzen", so Matis im SWR. Es gelte zu verhindern, dass es so eskaliert wie im vergangenen Jahr.

Keine Dimensionen wie in der Krawallnacht im Juni 2020

Phasenweise weckte die Szenerie Erinnerungen an jene Krawallnacht im Juni 2020, diese sei nach Angaben eines Polizeisprechers aber in den Dimensionen absolut nicht vergleichbar.

Nach einer Drogenkontrolle entzündete sich damals der Funke, bei den anschließenden Auseinandersetzungen randalieren hunderte vor allem junge Männer in der Stuttgarter Innenstadt. Sie wurden angefeuert und begleitet von einer Masse Schaulustiger. Polizisten wurden damals bedroht, beworfen, getreten und verletzt, Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Die Vorfälle sorgten weit über Stuttgart hinaus für Schlagzeilen und hitzige Debatten. Videoüberwachung, Alkohol- und Aufenthaltsbeschränkungen wurden rund um die Vorfälle diskutiert, erste Kameras an zentralen Plätzen geplant. Die ersten Prozesse rund um die Ereignisse haben bereits zu Urteilen geführt.

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