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Die Ludwigsburger Polizei hat rund 100 Einbrüche aufgeklärt. Wie kam es dazu und welche Folgen haben die Taten? Ein Interview mit Polizeisprecher Peter Widenhorn.

Eine Einbruchsserie wurde womöglich aufgeklärt (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, Frank Rumpenhorst)
Eine Einbruchsserie wurde womöglich aufgeklärt (Symbolbild) Frank Rumpenhorst

SWR-Moderatorin Verena Neuhausen: Herr Widenhorn, um welche Einbruchsserie geht es?

Polizeisprecher Peter Widenhorn: Genau genommen sind es zwei Serien gewesen: Die erste hat im Oktober 2019 begonnen und dauerte etwa bis März 2020. Da haben wir insbesondere im Stadtgebiet und in der Umgebung von Bietigheim-Bissingen 60 Einbrüche in Wohnhäuser festgestellt. Diese Serie riss dann Ende März mutmaßlich Corona-bedingt ab, hat sich im August 2020 fortgesetzt und dauerte bis Januar 2021 mit nochmal 38 Fällen.

Jetzt gelingt es oft nicht, die Tatverdächtigen zu ermitteln, die hinter solchen Einbruch Serien stehen. Wie ist es Ihnen denn diesmal gelungen?

Widenhorn: Es ist uns insbesondere durch die Auswertung von DNA-Spuren gelungen, die an Tatorten gesichert und dann beim Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts ausgewertet wurden. Und das hat die Ermittler bereits bei dieser ersten Serie auf die Spur des 46-jährigen Tatverdächtigen geführt.

Wie groß war der Schaden? Der muss ja sehr aktiv gewesen sein.

Widenhorn: Diese beiden Serien summieren sich wie gesagt auf rund 100 einzelne Delikte. Der Wert des Diebesgutes beläuft sich auf rund 180.000 Euro. Und der Sachschaden, der bei diesen Einbrüchen entstanden ist, noch mal auf rund 250.000,

Der war dann sehr fleißig der Einbrecher, oder?

Widenhorn: Ja, wenn Sie das als fleißig bezeichnen wollen, lasse ich das so stehen (lacht).

Es kommt wie gesagt nicht oft vor, dass man die fängt, die dahinter stehen. Und was man noch viel weniger oft wiederbekommt, ist das Diebesgut. Das sind ja oft Familienstücke, der Ring der Oma zum Beispiel. Haben Sie von der Beute noch was gefunden?

Widenhorn: Ja. Nach der Festnahme des Tatverdächtigen haben wir auch eine Wohnung ermitteln können, in der er sich mutmaßlich aufgehalten hat. Er hat sich ja über die ganze Zeit verborgen gehalten. In dieser Wohnung hat man umfangreich Diebesgut sichergestellt. Im Einzelnen kann ich es Ihnen allerdings noch nicht erläutern. Aber es ist einiges an Diebesgut sichergestellt worden. Die Besitzer - davon gehe ich mal aus - konnten zumindest zum Teil detaillierte Angaben machen über die Schmuckstücke, die ihnen entwendet wurden. Und das wird man jetzt im Zuge der weiteren Ermittlungen versuchen, wieder an den Mann oder die Frau zu bringen.

Wie oft passiert es, dass Sie einen solchen Fahndungserfolg vorweisen können beim Thema Wohnungseinbrüche?

Widenhorn: Wir waren im letzten Jahr relativ erfolgreich. Will heißen: Wir konnten die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen von knapp 20 Prozent im Vorjahr auf knapp 29 Prozent steigern. Das ist recht beachtlich.

Nur ein Drittel der Wohnungseinbrüche wird also aufgeklärt. Das ist für die Leute, bei denen eingebrochen wird, natürlich hart.

Widenhorn: Das kann man einfach so sagen. Das ist natürlich hart. Insbesondere müssen die Leute auch mit der Erfahrung umgehen, dass in ihrem persönlichen Schutzbereich eingedrungen wurde. Und da haben sehr viele doch ganz schön daran zu knabbern.

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