Teilnehmer einer Demonstration ziehen im Rauch von Pyrotechnik durch die Innenstadt.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Andreas Rosar)

Großeinsatz der Polizei

Farbflaschen und Rauchfeuer: Ermittlungen nach Demonstration in Stuttgart

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Demonstrierende gegen Rassismus und Polizeigewalt haben in Stuttgart Rauchtöpfe gezündet und Farbflaschen auf das Landgericht geworfen. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung.

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Nach einer Demonstration unter dem Thema "Solidarität" am Samstag in Stuttgart ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung, Beleidigung sowie mehrerer versammlungsrechtlicher Verstöße. Teilnehmende der Demo hatten Pyrotechnik gezündet und Flaschen mit Farbe auf das Gebäude des Landgerichts geworfen. Zuvor waren sie laut Polizei durch die Innenstadt von Stuttgart gezogen. Die Polizei berichtete auf Twitter außerdem von gezündeten Rauchtöpfen und bengalischen Feuern an verschiedenen Orten in der Innenstadt.

Tweet der Polizei Stuttgart zur Demo

Polizei berichtet von aggressiver Stimmung

Die Demo richtete sich nach Angaben der Polizei gegen Rassismus und Polizeigewalt. Mehrere Hundert Menschen nahmen demnach daran teil. Zahlreiche Demonstranten hätten sich nicht an die Abstandsregeln gehalten, so die Sprecherin. Entsprechende Durchsagen seien nicht beachtet worden. An die Maskenpflicht wurde sich aber zum Großteil gehalten.

Zudem hätten Demonstranten die Beamten teils aggressiv angegangen, hieß es. Ein Redner auf einem Lautsprecherwagen hatte der Polizei Rassismus vorgeworfen und skandierte, Polizeibeamte würden nur Menschen mit dunkler Hautfarbe kontrollieren. Außerdem musste ein Demonstrant ausgenüchtert werden, wie die Polizei mitteilte. Von Verletzten war nichts bekannt.

Eine Demonstrationen, die sich mit den Themen Solidarität, Rassismus sowie Polizeigewalt beschäftigt, zieht zu Fuß durch die Stuttgarter Innenstadt. (Foto: SWR, Martin Rottach)
Zahlreiche Menschen demonstrierten in Stuttgart gegen Polizeigewalt und Überwachung. Martin Rottach

Reiter-Staffeln und Wasserwerfer einsatzbereit

Auf verschiedenen Versammlungen ging es am Samstag in Stuttgart um die Themen Rassismus, Polizeigewalt und Solidarität. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften im Einsatz und sperrte einzelne Straßen.

Außerdem hielt sie eigenen Angaben zufolge Reiter-Staffeln und Wasserwerfer bereit. Je nach Lageentwicklung sei auch ein Polizeihubschrauber sowie eine ferngesteuerte Drohne einsatzbereit, hatte die Polizei im Vorfeld angekündigt. In der Innenstadt musste mit Behinderungen im Verkehr gerechnet werden. Bei einer weiteren Kundgebung gegen Polizeigewalt am Abend gab es den Angaben zufolge keine nennenswerten Vorkommnisse.

Polizei fürchtet Gewaltbereitschaft bei einzelnen Teilnehmern

Vor allem die Demonstration mit der Überschrift "Solidarität" hatte die Polizei im Fokus. Angemeldet waren hier 700 Menschen. Ein Polizeisprecher hatte dem SWR im Vorfeld gesagt, dass darunter auch einzelne Gewaltbereite aus der linksextremen Szene dabei sein könnten.

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