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Knapp zwei Wochen vor der OB-Wahl in Stuttgart sind am Montagabend sieben Kandidaten aufeinander getroffen. Bei vielem waren sie sich einig, aber es wurden auch Unterschiede deutlich.

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Unter dem Motto "Wer kann Stuttgart? OB-Kandidat*innen im Gespräch" trafen die sieben Anwärter am Montagabend in der Porsche-Arena in Stuttgart aufeinander. Zuschauer vor Ort gab es coronabedingt nicht. Veranstaltet wurde die Podiumsdiskussion vom SWR, der Landeszentrale für Politische Bildung, "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" sowie der Volkshochschule Stuttgart. Die Debatte wurde per Livestream im Internet übertragen.

Die wichtigsten Diskussionspunkte: Mobilität, Inklusion, Wohnen und Corona

Die Podiumsdiskussion zur OB-Wahl wurde von mehreren Themen beherrscht. Wir haben die wichtigsten Diskussionspunkte in einzelne Videos aufgeteilt.

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Viele Ideen und Vorstellungen

Es ging um die großen Themen wie Wohnen, Verkehr und die Corona-Pandemie - aber auch um Persönliches und das Thema Inklusion. Frank Nopper (CDU) bekräftigte erneut, dass er jährlich 2.000 Wohnungen in Stuttgart bauen wolle. Sein Konkurrent Martin Körner (SPD) sagte, er wolle insgesamt 30.000 neue Wohnungen in der Landeshauptstadt schaffen, 80 bis 90 Prozent in der Innenentwicklung - die meisten auf dem frei werdenden Areal hinter dem Hauptbahnhof. Kandidat Hannes Rockenbauch (SÖS) sagte, er wolle für neue Wohnungen keine grünen Flächen versiegeln, sondern zum Beispiel Vermieter dazu bringen, leer stehende Wohnungen zu vermieten oder das möglicherweise frei werdende Areal der US-Army in Stuttgart für den Wohnungsbau nutzen.

OB-Bewerber Marian Schreier (Einzelbewerber) will auf eine Stiftung setzen, die Grundstücke und Gebäude kauft und günstig vermietet und damit der Marktspekulation entzieht. Sebastian Reutter (Einzelkandidat) sagte am Montagabend, er wolle sich zunächst mit einer Taskforce ein Bild verschaffen, welche Personengruppen genau eine Wohnung brauchen. Die Kandidatin der Grünen, Veronika Kienzle, setzt auf Nachverdichtung, ohne Frischluftschneisen zuzubauen. Malte Kaufmann (AfD) will nicht weitere Flächen versiegeln, sondern setzt ebenfalls auf das Gelände der US-Army in Stuttgart, wo seiner Ansicht nach bis zu 30.000 Wohnungen gebaut werden können.

Analyse: Noch keine Schärfe in der Debatte

Besonders beim Thema Corona-Politik zu Beginn der Debatte wurden die Unterschiede zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten deutlich. Teilweise fielen sich die Konkurrenten hierbei auch gegenseitig ins Wort. Dennoch gab es kaum persönliche Angriffe. "Grundsätzlich ist diese Schärfe vor diesem vermutlich ersten Wahlgang noch gar nicht richtig drin, weil sich das Feld der Kandidierenden erst sortieren muss", so die Analyse im Anschluss der Debatte von Felix Fuhr von der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg. Die Kandidaten wüssten "noch nicht genau, auf wessen Stimmen man in einem eventuellen zweiten Wahlgang angewiesen" sei. Sich es mit jemand wegen eines persönlichen Angriffes zu verscherzen, "wäre taktisch unklug", so Fuhr.

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An der Podiumsdiskussion hatten sieben OB-Bewerberinnen und -Bewerber teilgenommen: Veronika Kienzle (Grüne), Martin Körner (SPD), Malte Kaufmann (AfD) , Frank Nopper (CDU), Hannes Rockenbauch (SÖS) und Marian Schreier (Einzelbewerber mit SPD-Parteibuch) stellten sich den Fragen von Nicole Köster (SWR) und Jan Sellner ("Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten"). Der Einzelkandidat Sebastian Reutter (parteilos) nahm als siebter Kandidat an der Debatte teil, nachdem das Verwaltungsgericht Stuttgart seinem entsprechenden Eilantrag stattgegeben hatte. Das Gericht hatte die Wahlchance von Sebastian Reutter höher eingeschätzt als die Veranstalter. Über die Chatfunktion im Livestream bei Youtube und Facebook hatten Zuschauer die Möglichkeit, den OB-Kandidatinnen und Kandidaten Fragen zu stellen.

Die Auswahl der sieben OB-Kandidaten entspricht dem sogenannten Prinzip der abgestuften Chancengleichheit, das bei der Berichterstattung über Wahlen greift. Dabei sind zwar grundsätzlich alle Parteien und/oder Kandidaten zu berücksichtigen. Aber es darf an bestimmten Stellen eine Auswahl getroffen werden.

Die Wahl zum neuen Stuttgarter Oberbürgermeister findet am 8. November statt. Sollte keiner der Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen, reicht im zweiten Wahlgang drei Wochen später, am 29. November, die relative Mehrheit zum Sieg.

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