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Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) ist seit drei Monaten im Amt. Zeit für eine kurze Bilanz. Wie hat sich Nopper in den ersten knapp hundert Tagen präsentiert?

Seit drei Monaten ist Frank Nopper als neuer Oberbürgermeister in Stuttgart bisher im Amt. Eine kurze Zeit und dennoch: Der CDU-Mann hat es in diesen knapp hundert Tagen schon in die überregionalen Schlagzeilen geschafft.

Erklärungsnot nach Querdenken-Demo ohne Abstand und Masken

15.000 Menschen aus der sogenannten Querdenken-Szene hatten am Karsamstag in Stuttgart demonstriert - ohne Abstand und Masken. Das musste der frischgebackene OB Nopper erklären. Nicht nur im Gemeinderat. Er wurde sogar in den Innenausschuss des Landtags BW zitiert, um zu rechtfertigen, warum die Stadt Stuttgart die Demonstration nicht verboten hatte. Auch am Bürgertelefon beantwortete er Fragen dazu. Und das deutet auf einen neuen Kurs hin: Der neue OB will den großen Themen nicht ausweichen. Und: Er will auch für die Stuttgarter Bürger erreichbar sein. Ihre Sorgen nimmt er ernst - zumindest in der Kommunikation, wie sein Einsatz für die Rettung des Kinos Metropol zeigt.

Nopper als Corona-Krisenstabschef

In der Pandemie ist OB Nopper gleichzeitig Chef des Krisenstabs in der Landeshauptstadt. Akzente setzt er hier vor allem mit einer neuen Teststrategie und gut erreichbaren Schnelltestzentren - die er dann mit einem Test im weißen Zelt auf dem Schloßplatz gleich selbst ausprobierte.

Neue S21-Pläne könnten zum Konflikt mit der Landesregierung führen

Das Dauerbrenner-Thema Stuttgart 21 zeigt schon erste Konfliktlinien des CDU-Oberbürgermeisters mit der neuen Landesregierung. Wenn er den neuen Ansätzen der künftigen Koalition (Ergänzungsbahnhof und Gäubahntunnel) erstmal mit großer Skepsis begegnet, will er offenbar sein Versprechen einhalten, in erster Linie ein Oberbürgermeister für die Stuttgarter und nicht an die CDU-Parteipolitik gebunden zu sein.

"Stadionatmosphäre" im Gemeinderat

Im Stuttgarter Gemeinderat sind unterschiedliche Ansichten zu Nopper zu hören. Fast alle begrüßen seine Art, auf Menschen zuzugehen. Aber die grüne Fraktionsvorsitzende Gabriele Nuber-Schöllhammer vermisst bei ihm den überzeugenden Einsatz für grüne Themen. Hannes Rockenbauch vom Linksbündnis im Gemeinderat lobte, dass von Nopper frischer Wind ausgehe und sprach im SWR von einer "Stadionsatmosphäre" in den Gemeinderatssitzungen. Und SPD-Fraktionschef Martin Körner wartet noch auf Taten in den Bereichen Wohnen, Verkehr und Energie, die Noppers Worten folgen müssten.

Lob von der VHS

Dagmar Mikasch-Köthner (Volkshochschule Stuttgart) hat den neuen OB bereits vor der Wahl in vielen Veranstaltungen beobachtet. Sie attestierte Frank Nopper im SWR einen offenen Politikstil, etwa im Gespräch mit jungen Menschen in der Stuttgarter Innenstadt am Samstagabend oder im Vorfeld von Demonstrationen auf dem Marienplatz. Er bringe viel Kompetenz für einen breitflächigen Bildungsansatz mit, wie ihn auch die Volkshochschule verfolge.

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