Erinnerungskultur: Nakba-Tag in Stuttgart. Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser seit 76 Jahren.

Israelisch-palästinensischer Konflikt

Nakba-Tag in Stuttgart erinnert an die Vertreibung der Palästinenser

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Joachim Thiel

Erinnerungskultur: Das Palästinakomitee organisiert seit Jahren in Stuttgart den Nakba-Tag, der an den arabisch-israelischen Krieg von 1948 und an Flucht und Vertreibung erinnert.

Gedenken und Erinnern ist bei der Veranstaltung, dem Nakba-Tag in Stuttgart, das Thema. Mit Reden und durch viele Info-Plakate mit Bildern und Texten sollen die Besucher durch die Geschichte des palästinensischen Volkes geführt werden.

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Palästinenser ständig auf der Flucht

Attia Rajab ist Palästinenser. Er ist mit 20 Jahren nach Deutschland gekommen. Mit dem Palästinakomitee organisiert er seit Jahren in Stuttgart ein Nakba-Gedenken. Die aktuelle Lage im Gazastreifen ist für ihn besonders bitter, denn durch die Angriffe von Israel werde die Nakba fortgesetzt. Immer wieder müssten die Menschen fliehen. Die Familie von Rajab ist noch im Gazastreifen.

Meine Eltern, meine Geschwister und Brüder sind vertrieben worden. Sie leben seit sieben Monaten in Zelten, ohne jegliche Lebensgrundlage. Kein Strom, kein Wasser, keine Medikamente.

Den Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober will er nicht kritisieren und auch nicht befürworten. Rajabs sagt dem SWR, er sei Vertreter eines Komitees und keine Partei. Es gehe ihnen hier lediglich darum, die Situation der Nakba, der Vertreibung aufzuzeigen.

Waffenlieferungen an Israel in der Kritik

In den Redebeiträgen zum Nakba-Tag wird immer wieder die Rolle der deutschen Politik kritisiert. Israel führe einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung, der nicht durch die Angriffe der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober zu rechtfertigen sei. Deutsche Politiker sollten auf Israel einwirken und Waffenlieferungen unterbinden.

Viele Palästinenser verlieren ihre Heimat

Das arabische Wort Nakba bedeutet Katastrophe oder Unglück. Im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt wird der Begriff Nakba (auch: al-Nakba) verwendet, um daran zu erinnern, dass viele Palästinenser während und nach dem ersten arabisch-israelischen Krieg von 1948 ihre angestammte Heimat verloren haben. Man geht davon aus, dass damals etwa 700.000 Menschen aus dem heutigen Israel entweder flohen oder vertrieben wurden. Der Begriff Nakba erinnert zudem daran, dass viele palästinensische Flüchtlinge bis heute staatenlos sind.

Stichwort: Palästinenser

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