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Am Wochenende blieb es in Stuttgart laut Polizei friedlich. Lag das an den verhängten nächtlichen Aufenthaltsverboten? Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Die Meinungen gehen auseinander?

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Für den Moment sei die Maßnahme richtig gewesen, sagt Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Clemens Maier (Freie Wähler) am Montag. Es bleibe aber abzuwarten, ob die Aufenthaltsverbote weiter der richtige Ansatz seien.

"Was sind denn da die Alternativen? Wo kann man hingehen? Dann ist der eine Platz frei, aber alle sind wieder wo anderes."

Die Situation sei kurzfristig verbessert worden, meint auch Bernhard Mellert, Bezirksvorsteher in Stuttgart-West. Er war am Wochenende vor Ort und hat von Anwohnerinnen und Anwohnern gehört, dass sie seit Wochen zum ersten Mal wieder schlafen konnten.

Bezirksvorsteher von Stuttgart-West fordert offizielle Feierplätze in Stuttgart

Doch der Bezirksvorsteher glaubt, dass die Aufenthaltsverbote das Problem mit Party, Lärm und Müll nur verlagern. Die Jugendlichen würden weiterziehen und eben nicht nach Hause gehen. Deshalb fordert der hauptberufliche Lehrer ganz offizielle Feierplätze für junge Menschen, wo auch bis Frühmorgens - wie früher in den Clubs - gefeiert werden könne. Diese Orte zu finden und auszuweisen sei eine gesamtstädtische Aufgabe.

Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mite: Ghettoblaster und illegaler Alkoholverkauf sind das Problem

Auch Veronika Kienzle, Bezirksvorsteherin in Stuttgart-Mitte, wünscht sich mehr Maßnahmen als nur gesperrte Plätze. Ein Dorn im Auge ist ihr der Alkoholkonsum.

"Im Moment haben wir die Situation, dass in den Supermärkten einkaufswagenvoll vom Bier bis Wodka alles gekauft und dann illegal aus dem Wagen heraus verkauft wird. Das entspricht nicht, woran sich ein Gastronom zu halten hat."

Außerdem schlägt die Bezirksvorsteherin vor, dass Ghettoblaster und Verstärker ab 22 Uhr verboten werden.

Wird die Theodor-Heuss-Straße offiziell zur Party-Meile erklärt

Außerdem sollten die umliegenden Kommunen angesprochen werden. Denn auch sie seien in der Pflicht, ihren Jugendlichen Angebot zu machen, meint die Bezirksvorsteherin. Es gibt inzwischen auch Gedankenspiele, wonach die Theodor-Heuss-Straße in der Innenstadt offiziell zur Party-Meile erklärt werden könnte. Allen Beteiligten scheint klar, es braucht mehrere Maßnahmen für das friedliche Feiern im Freien ohne Exzesse. Die Stadt Stuttgart will im Lauf der Woche das weitere Vorgehen beraten.

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