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Im Juli 1995 wurde die 35 Jahre alte Frau in Sindelfingen erstochen - jetzt wurde in Hamburg ein 69 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen. Eine DNA-Spur führte zum Erfolg.

Der heute 69-Jährige hatte zur Tatzeit 1995 im Kreis Böblingen gewohnt, teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Ludwigsburg am Donnerstag mit. Der Mann sei damals aber nicht in den Fokus der Ermittler geraten. Auf die Spur des Tatverdächtigen kamen die Ermittler jetzt vor allem dank modernster DNA-Analysemethoden. Den Angaben zufolge wurde eine damals am Körper des Opfers gesicherte DNA-Spur erneut untersucht.

Tatverdächtiger wurde im Schrebergarten aufgespürt

Die weiteren Ermittlungen führten die Kriminalpolizei Böblingen nach Hamburg. Dort habe der Tatverdächtige inzwischen wegen eines weiteren Tötungsdelikts und einer Erpressung eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei weiter mit. Der 69-Jährige sei dann in einer dortigen Schrebergartensiedlung ausfindig gemacht und von Spezialkräften mit Unterstützung von Zielfahndern des baden-württembergischen Landeskriminalamts widerstandslos festgenommen worden. Gegen den Tatverdächtigen wurde am Donnerstag Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der Mann kam in Untersuchungshaft.

Bluttat auf dem Nachhauseweg von der Arbeit

Die damals 35 Jahre alte Brigitta Jacobi wurde im Sommer 1995 kurz vor Mitternacht auf dem Nachhauseweg von ihrer Arbeitsstelle zur S-Bahn in der Tilsiter Straße in Sindelfingen mit mehr als 20 Messerstichen getötet. Obwohl es mehrere Zeugen gab, schaffte es die zeitweise 35-köpfige Sonderkommission "Tilsit" nicht, den Täter zu fassen und die Tatwaffe zu finden. Es gab damals auch keinen konkreten Tatverdacht. Auch zwei Fahndungsaufrufe im Fernsehen waren ergebnislos verlaufen.

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