STAND

Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter einer evangelischen Kirchengemeinde im Kreis Böblingen soll Kinder einer Bubenjungschar missbraucht haben. Betroffene hatten die Emittlungen ins Laufen gebracht.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern in mehreren Fällen. Tatverdächtig ist ein 34-jähriger Mann. Er schweigt zu den Vorwürfen. Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, hatten Verantwortliche der betroffenen evangelischen Kirchengemeinde im Kreis Böblingen die Polizei alarmiert.

Sexueller Missbrauch in den Gruppenstunden?

Bischofskonferenz - Kreuz und Schatten (Foto: dpa Bildfunk, Harald Tittel)
Harald Tittel

Angestoßen hatten das zwei zwischenzeitlich erwachsene ehemalige Mitglieder der Bubenjungschar der Kirchengemeinde. Eine Jungschar ist eine Gruppe, in der sich Kinder und Jugendliche treffen: Es geht um christliche Werte sowie Spiele und Aktionen. Die beiden Betroffenen aus dem Kreis Böblingen hatten laut Polizei und Staatsanwaltschaft einem Verantwortlichen der Kirchengemeinde von Missbrauchsvorfällen berichtet. Ihr damaliger Betreuer habe sie während der regelmäßig stattfindenden Gruppenstunde in sexuell bestimmter Weise berührt. Die Vorfälle sollen etwa zehn Jahre zurückliegen.

Tatverdächtiger arbeitet nicht mehr für die Kirche

Die Kirchengemeinde habe den beschuldigten 34-jährigen Ehrenamtlichen von allen Tätigkeiten in der Kirchengemeinde abgezogen und ihm ein Betretungsverbot für die Räumlichkeiten erteilt, so die Ermittler.

Geschädigte sollen sich bei Polizei melden

Die Kriminalpolizei hat bereits mehrere Geschädigte ermittelt, die mittlerweile alle erwachsen sind. Hinweise auf schweren sexuellen Missbrauch gebe es bislang keine, hieß es. Die Kirchengemeinde unterstütze die Ermittlungen umfassend. Die Polizei bittet weitere Geschädigte sich zu melden und sucht außerdem Zeugen.

Schnelle und vollständige Aufklärung der Vorfälle Hinweise auf sexuelle Übergriffe an der Katholischen Fakultät der Uni Tübingen

In der Katholisch-Theologischen Fakultät in Tübingen soll es in den vergangenen zehn Jahren zu sexuellen Grenzverletzungen und zu emotionalem Missbrauch gekommen sein. Das geht aus einem Schreiben des Dekanats hervor, das dem SWR vorliegt.  mehr...

SWR4 BW aus dem Studio Tübingen SWR4 BW aus dem Studio Tübingen

Missbrauch in der katholischen Kirche "Es kostet wahnsinnig viel Kraft"

Raphael Hildebrandt aus Oberharmersbach war 1995 der erste, der den örtlichen Pfarrer wegen Missbrauchs anzeigte. Die ganze Dimension des Skandals kam aber erst vor genau zehn Jahren ans Licht.  mehr...

Erstes unabhängiges Gutachten Sexueller Missbrauch in katholischer Kirche – wer deckte wen in Aachen?

Lange Zeit war es ein absolutes Tabu-Thema: sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Seit rund zehn Jahren wird versucht, das Thema aufzuarbeiten, Schuldige zu finden und Opfer zu entschädigen. Jetzt wurde ein erstes unabhängiges Gutachten in Deutschland öffentlich gemacht.  mehr...

STAND
AUTOR/IN