Reaktionen auf Malliaras' Vorstoß

Stuttgarts CDU-Kreis-Vorsitzender kritisiert "migrantisch geprägte Szenerie"

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Der Stuttgarter CDU-Kreisvorsitzende Malliaras kritisiert bei Facebook eine 'migrantisch geprägte Szenerie' in der Stuttgarter City. Es gibt Zustimmung und heftigen Widerspruch.

Stuttgarts CDU-Kreisvorsitzender Malliaras (Foto: privat)
Der Stuttgarter CDU-Kreisvorsitzende Thrasivoulos Malliaras regt sich über die Zustände in der Stuttgarter Innenstadt auf. privat

Der Zustand der Stuttgarter Innenstadt an Wochenenden stößt beim neuen Kreisvorsitzenden der CDU Thrasivoulos Malliaras auf heftige Kritik. Nach einem Kinobesuch beschrieb er in einem Post bei Facebook, wie ihn "herumschreiende Jugendliche", "am Boden liegende Flaschen", "laute Musik", "aufgemotzte Karren" und eine "überforderte Polizei" stören: "Ein Bild wie im Affenzirkus". Dabei sei ihm eines aufgefallen: "Die Szenerie ist durch und durch migrantisch geprägt."

"Die Dimension des Zuspruchs hat mich überrascht."

Die Resonanz auf den privat geteilten Post überrascht den neuen CDU-Kreisvorsitzenden Malliaras, der auch persönlicher Referent von Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) ist. Er habe mit kritischen Stimmen gerechnet, aber nicht mit so viel Zustimmung, erklärte Malliaras dem SWR auf Nachfrage. Die Junge Union in Stuttgart stellte sich hinter ihn. In einer Mitteilung schrieb der JU-Vorsitzende Leonard Rzymann: "Es kann nicht sein, dass gewisse Gruppen - von männlichen Halbstarken in Jogginghose - die Innenstadt beherrschen und verwüsten". Stuttgart müsse den Anspruch haben, dass "sich Jeder Tag und Nacht sicher fühlt und auch ist".

Die Freitreppe am Stuttgarter Schloßplatz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Andreas Rosar)
Vor allem an den Sommerwochenenden bei Jugendlichen sehr beliebt: Die Freitreppe am Stuttgarter Schloßplatz. Im Sommer 2021 wurde sie häufig von der Polizei gesperrt, weil von dort abendliche Randale ausging. picture alliance/dpa | Andreas Rosar

FDP im Landtag: Welche Konsequenzen hat die Krawallnacht?

Der Stuttgarter FDP-Landtagsabgeordnete Friedrich Haag will das Thema bei einer mündlichen Anfrage am 3. Februar im Landtag aufgreifen. Dabei will er von Innenminister Thomas Strobl (CDU) wissen, ob nach der Stuttgarter Krawallnacht im Juni 2020 von Seiten des Landes Konsequenzen zur Verbesserung der Sicherheit in der Stuttgarter Innenstadt gezogen worden sind. Er sieht ein "derzeitiges Bedrohungs- und Gewaltpotenzial" durch Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Innenstadt abends und nachts.

Manager der Königsbau-Passage: "Ein Gefühl der Hilfslosigkeit."

Bei den an den Schlossplatz angrenzenden Läden und Lokalen in seiner Nachbarschaft beobachtet Maximilian Schlier, der Manager der Königsbau-Passage, "ein Gefühl der Hilflosigkeit" wegen häufiger Randale. Immer wieder würden Fensterscheiben oder Mobiliar der Außengastronomie mutwillig zerstört. Mitarbeiter und Kunden seien zwar in der Passage dank eines privaten Sicherheitsdienstes geschützt. Für den Außenbereich vor allem auf dem kleinen Schlossplatz und an der Freitreppe gebe es aber den starken Wunsch nach mehr Kontrolle und Sicherheit.

"Wir sind eine Großstadt, nicht Backnang".

Heftiger Widerspruch von "Die FrAKTION"/Linke

Auf Facebook widerspricht Stadtrat Luigi Pantisano ("Die FrAKTION"/Linke) dem CDU-Kreisvorsitzenden Malliaras massiv. Stuttgart sei eine Großstadt, "nicht Backnang". Man müsse die von Malliaras beschriebenen Probleme "schon mit der Lupe" suchen. Er wirft Maliaras vor, ein Klischee zu bedienen, um Karriere in der Partei zu machen, in dem er sich hinstelle und sage: 'Ja. Bushido, Clan-Kriminalität und migrantische Jugendliche sind dreckig und laut'. Dann nur nach "law and order" zu rufen, sei populistisch und platt formuliert, so Pantisano.

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