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Die Stadt Stuttgart setzt künftig in der Pandemiebekämpfung auf die Luca-App. Damit sollen im Falle einer Corona-Infektion Kontakte schnell und digital nachverfolgt werden können.

Wo andere Probleme sehen, wird die Stadt Stuttgart zur Modellkommune und stellt den Schutz der Gesundheit über mögliche Probleme mit dem Datenschutz. Ab sofort sei die Luca-App in Stuttgart nutzbar, teilte die Stadt mit. Die Luca-App soll dabei helfen, Infektionsketten besser und schneller nachzuverfolgen, hieß es in einer Mitteilung. Und der Sprecher der Stadt, Sven Matis, sagte gegenüber dem SWR: " Wir erhoffen uns mehr Freiheit und Perspektiven, auch für die Wirtschaft".

Digitale Schnittstelle zum städtischen Gesundheitsamt

Neben Impfung und Tests soll die Einführung der Luca-App laut Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) ein weiterer Baustein in der Stuttgarter Pandemie-Bekämpfung sein: "Nachdem Baden-Württemberg und weitere Bundesländer Lizenzen für den flächendeckenden Einsatz der Luca-App beschafft haben und das baden-württembergische Sozialministerium mittlerweile die Nutzung der App empfiehlt haben wir als Stadt Nägel mit Köpfen gemacht und Luca bereits an unser Gesundheitsamt angebunden." Die digitale Kontaktnachverfolgung durch Luca sei ein wichtiger Baustein bei möglichen Öffnungsschritten hin zur Normalität, so der OB.

Aller guten Dinge sind drei

Die Luca-App vernetzt für die Kontaktnachverfolgung dreierlei: erstens den Menschen, der sie nutzt, zweitens das Geschäft, das Restaurant oder allgemein den Ort, wo man sich aufhält und drittens das städtische Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt kann mit den so erhobenen Daten schneller die notwendige digitale Kontaktnachverfolgung durchführen. Wenn der Benutzer der Luca-App zustimmt.

Sven Matis, der Sprecher der Stadt Stuttgart, erklärt zum Start der Luca-App:

Stuttgart will nach Angaben des Ersten Bürgermeisters Fabian Mayer (CDU) mit der Luca-App wertvolle Zeit im Kampf gegen das Virus gewinnen. Bei zukünftigen Öffnungsschritten soll die vom Berliner Start-Up "culture4life" entwickelte und von Smudo, einem Mitglied der Stuttgarter Hip-Hop-Band "Die Fantastischen Vier" geförderten Luca-App "Betriebe von der aufwendigen Dokumentation von Gästelisten und der "Zettelwirtschaft" entlasten", so Mayer. Wichtig für den Erfolg und die Effizienz der Kontaktnachverfolgung sei es, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger und Betreiber von solchen Möglichkeiten tatsächlich Gebrauch machen.

Wie funktioniert die Luca-App?

Das Prinzip ist einfach. Bürgerinnen und Bürger registrieren sich in der kostenlosen App oder im Web mit ihrer Telefonnummer und Kontaktdaten. Betreten sie dann beispielsweise ein Restaurant oder ein Geschäft, scannen sie den QR-Code des Betreibers, oder dieser den QR-Code auf dem Handy der Luca-Nutzer. Dieser kurze Scan ersetzt das bisherige Ausfüllen von Kontaktlisten. Ist der QR-Code gescannt, werden die Daten des Besuchs verschlüsselt und datenschutzkonform gespeichert, heißt es in der städtischen Mitteilung weiter. Nur der Nutzer sieht die Historie der eigenen Besuche. Im Falle einer Infektion bekommt das Gesundheitsamt einen gesicherten Zugriff auf die Besuchsdaten - aber erst, nachdem die infizierte Person und der Betreiber ihre freiwillige Freigabe erteilt haben.

Für welche Betriebe ist die Luca-App gedacht?

Unternehmen mit Kundenverkehr in Stuttgart, die derzeit geöffnet haben, können ab sofort ihre Standorte registrieren. Dies gilt beispielsweise für Teile des Einzelhandels und im Dienstleistungsbereich, aber ebenso für Arztpraxen. Auch wenn zahlreiche Betriebe aufgrund der aktuellen Coronaschutzverordnung derzeit noch nicht öffnen können, ist es sinnvoll den Einsatz der Anwendung rechtzeitig zu prüfen, sich dem System vertraut zu machen und gegebenenfalls die Einführung vor Ort vorzubereiten. Vor allem auch für Gastronomiebetriebe oder auch Veranstalter ist der Einsatz der Luca-App im Zusammenhang mit zukünftigen Öffnungsschritten sinnvoll. Dabei soll es möglich sein, den Betrieb auch nach Räumen oder Teilbereichen feiner aufzuschlüsseln, so die Stadt in ihrer Mitteilung.

Alles kann - nichts muss

Die App basiert auf Freiwilligkeit. Sie ist für alle Nutzer und Betreiber kostenfrei und ein Zusatz zur Corona-Warn-App. Die Stadt Stuttgart ist Modellkommune bei der Nutzung der Luca-App und will die Nutzung als Veranstalter zukünftig selbst prüfen - beispielsweise für das Stadtpalais, die städtischen Museen, Bürgerbüros oder Sitzungen des Gemeinderats.

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