STAND

Zwei Männer geraten in einer Flüchtlingsunterkunft in Streit - einen Monat später endet die Auseinandersetzung tödlich. Ein 21-Jähriger muss deshalb für lange Zeit in Haft.

Das Landgericht Ulm hat am Dienstag einen 21-Jährigen zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Juni 2020 einen 31-Jährigen bei einem Streit in Geislingen (Kreis Göppingen) mit neun Messerstichen getötet hatte. Das Opfer erlitt auch einen Stich ins Herz und war sofort tot.

Täter und Opfer verabredeten sich wohl zum Faustkampf  

Vorausgegangen war der tödlichen Auseinandersetzung ein Streit zwischen den beiden Männern in einer Gemeinschaftsunterkunft im Mai 2020 in Süßen (Kreis Göppingen). Die genauen Hintergründe des Streits blieben auch vor Gericht unklar. Als die beiden Männer im Juni 2020 in Geislingen erneut aufeinander trafen, verabredeten sie sich demnach zu einem Faustkampf. Als der Angeklagte zu unterliegen drohte, zog er ein Messer und stach neun Mal auf seinen Kontrahenten ein. Wegen dieses heimtückischen Vorgehens verurteilte ihn das Landgericht Ulm wegen Mordes.

Strafmaß entspricht Forderung der Staatsanwaltschaft

Der Angeklagte habe zugestochen, weil er das Opfer töten wollte, und das ab dem ersten Stich, sagte der Vorsitzende Richter während der Urteilsbegründung. Das Gericht folgte beim Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Angeklagten hatte eine Verurteilung wegen Totschlags mit einer Haftstrafe von 13 Jahren gefordert.

STAND
AUTOR/IN