Kunstfestival "Current" mit Installationen, Auftritten und Workshops

Erste Kunstausstellung auf der S21-Baustelle im Stuttgarter Hauptbahnhof

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Die S21-Baustelle wird zum Ausstellungsort. Ab Donnerstag sind metergroße Kunstwerke zu sehen, außerdem goldene Schutzhelme und ein Schild, das gar nicht nach Stuttgart passt.

Das Original stammt von Rembrandt. Für die S21-Baustelle wurde der Polier Stefan Kulig als "Mann mit dem Goldhelm" portraitiert. Weil Kulik derzeit in Polen weilt, posiert sein Neffe neben dem Kunstwerk, das an einer Kelchstütze montiert ist. (Foto: SWR, Ridal Carel Tchoukuegno)
Das Original stammt von Rembrandt. Für die S21-Baustelle wurde der Polier Stefan Kulig als "Mann mit dem Goldhelm" portraitiert. Weil Kulik derzeit in Polen weilt, posiert sein Neffe neben dem Kunstwerk, das an einer Kelchstütze montiert ist. Ridal Carel Tchoukuegno

Zum ersten Mal präsentieren Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten zwischen den Kränen, Stahlplatten und Kelchstützen der Stuttgart 21-Großbaustelle. Teil der Ausstellung ist auch die Lichtinstallation "Brasilien" über dem Hauptbahnhof, die dort bereits seit Anfang August zu sehen ist.

Thema der Stuttgart 21-Baustellenausstellung ist das Poröse in der Stadt

Die Ausstellung - zu der unter anderem Skulpturen, Videokunst und Fotografien gehören - findet im Rahmen des Kunstfestivals "Current – Kunst und urbaner Raum" statt. Thema ist das "Poröse" in der Stadt. Es geht um Lücken in der Planung, das Unvorhergesehene und Experimentelle, so der Veranstalter.

Das Programm gestalten internationale Künstlerinnen und Künstler, Stuttgarter Initiativen und Institutionen in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart.

Führungen zu den Kunstwerken im Stuttgarter Hauptbahnhof

Interessierte können an Führungen durch die Ausstellung teilnehmen. Die Führungen dauern drei Stunden lang und finden am 12. und 19. September statt.

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Der Schriftzug ,,Brasilien", der zurzeit auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof zu sehen ist, sorgt für Aufsehen. ,,Es stiftet zunächst mal Verwirrung", gibt Kurt Grunow von der Künstlergruppe ,,Stuttgarter Observatorium Urbaner Phänomene" (SOUP) zu. Im Gespräch mit SWR2 berichtet Grunow vom empörten Anruf einer Brasilianerin, die sich beschwert habe, ihr Land werde im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg in ein schlechtes Licht gerückt. ,,Da ist einiges schiefgelaufen", meint Grunow selbstkritisch und erklärt: Die etwa 1,5 Meter hohe Lichtinstallation spiele zwar auf einen unter dem Codewort ,,Brasilien" gelaufenen Versuch der deutschen Luftabwehr im 2. Weltkrieg an, mit einer Attrappe des Bahnhofs außerhalb der Stadt alliierte Bomber zu täuschen. Doch sei die historische Metapher leicht zu erkennen, wenn man bedenke, dass das Bahnhofsgebäude durch eine Entkernung sich allmählich auch zu einer leeren Hülle entwickle.
,,Wir wollen ein Angebot zum Nachdenken schaffen über Architektur und Stadtentwicklung", sagt Grunow. Die Aktion steht im Zusammenhang mit dem ab 9.September stattfindenden ,,Current"-Kunstfestival in Stuttgart, an dem auch SOUP teilnimmt. Bei ,,Current" werden zahlreiche Kunstwerke den städtischen Raum kritisch beleuchtet. Grunow sieht das 10-tägige Event als Gelegenheit, sich zu überlegen ,,wie man partizipatorische Prozesse in die Stadtentwicklung einbinden kann". Der ,,Brasilien"-Schriftzug über dem Bahnhof sei ein Teil davon; er habe eine ,,rätselhafte, besondere Ausstrahlung".
Kurt Grunow stammt aus Voehrenbach im Schwarzwald und studierte in Berlin, Freiburg und an der Freien Kunstschule Nürtingen sowie in Stuttgart. Er ist Mitbetreiber des Ausstellungsraums ,,Oberwelt e.V." in Stuttgart und des Künstlerkollektivs SOUP, sowie Kunstdozent an der Kunstakademie Esslingen.  mehr...

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