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Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat ihre Pfarrer aufgerufen, einige Dinge im Gottesdienst anders zu gestalten als bisher. So sollen Corona-Übertragungen verhindert werden.

Nach den ersten Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg machen sich viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen Gedanken über Vorsichtsmaßnahmen. Auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart ergreift jetzt Maßnahmen, um die mögliche Übertragung von Viren während des Gottesdienstes zu verhindern. Einige Abläufe im Gottesdienst wurden deshalb angepasst. In der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart verzichtet die Gemeinde seit ein paar Tagen auf Mundkommunion, Kelchkommunion, gefüllte Weihwasserbecken und auf den Händedruck beim Friedensgruß. Für den stellvertretenden Stadtdekan Michael Heil ein Zeichen der Fürsorge.

"Ich finde gut, dass der Bischof relativ früh ein Zeichen setzt, dass wir gut aufeinander aufpassen und wir gut mit den Menschen umgehen, die uns anvertraut sind."

Michael Heil, stellvertretender Stadtdekan Stuttgart

Anordnung zu Maßnahmen von oben

Am Aschermittwoch hatte sich der katholische Weihbischof per Mail an alle leitenden Pfarrer in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gewandt - mit Empfehlungen für die Gottesdienste. Auch Pfarrer Heil sieht kirchliche Rituale als einen der Bereiche, in dem sich Menschen untereinander anstecken könnten. Diese Rituale habe man nun verstärkt in den Blick genommen, so zum Beispiel bei der Feier des Abendmahls die Mundkommunion, die manche Gläubige bevorzugen. Deshalb sollen die Hostien nicht mehr durch den Pfarrer den Gläubigen in den Mund gelegt werden.

Nicken statt Händedruck

Auch das Händeschütteln zum Friedensgruß wurde vorrübergehend abgeschafft. Die Gläubigen sollen sich stattdessen freundlich zunicken, so Pfarrer Heil. Auch das Weihwasserbecken in der Kirche bleibt vorerst leer. Wie sich die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus in den kommenden Wochen entwickelt und ob dann weitere Vorsichtsmaßnahmen nötig werden, ist derzeit nicht abzusehen. Mit Mundschutz wolle er keinen Gottesdienst abhalten müssen, sagt Heil. Und er hofft, dass das Coronavirus sich schnell wieder verflüchtigt, damit bis Ostern wieder Weihwasser ins Becken gefüllt werden kann.

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