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Katholische Kirche verliert in Rottenburg-Stuttgart mehr als 28.000 Gläubige

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In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind im vergangenen Jahr mehr als 28.000 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Das seien 29 Prozent mehr als noch zwei Jahre zuvor, also im Vor-Corona-Jahr 2019, teilten die Verantwortlichen mit. Im ersten Corona-Jahr 2020 hingegen sei die Zahl der Austritte vorübergehend niedriger gewesen, was ihrer Ansicht nach an der Pandemie lag. Bischof Gebhard Fürst zeigte sich bestürzt über die Zahl der Kirchenaustritte. Seine Kirche befinde sich in einer tiefen Krise, nicht nur wegen des Missbrauchsskandals. Bei diesem Thema nahm er seine Diözese zugleich in Schutz: "Bei uns wurde und wird nichts vertuscht." So gebe es beispielsweise bereits seit 2003 eine unabhängige Kommission sexueller Missbrauch, die jedem Vorwurf nachgehe. "Letzten Endes werde aber auch die Ortskirche in Württemberg für die Versäumnisse und Fehler andernorts in Haftung genommen", wird Fürst in einer Mitteilung der Diözese zitiert. Damit seien nach letztem Stand insgesamt noch rund 1,7 Millionen Gläubige in der Diözese Mitglied der katholischen Kirche.

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SWR