Staatsoper Stuttgart in der Abenddämmerung (Foto: SWR, Christiane Patzelt)

Brief an Ministerpräsident Kretschmann

Intendanten greifen CDU-Landtagsfraktionschef wegen Zweifel an Opern-Umbau an

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Im Streit um die milliardenschwere Sanierung der Oper Stuttgart haben sich die Intendanten zu Wort gemeldet und heftige Kritik an CDU-Landtagsfraktionschef Manuel Hagel geäußert.

Die Staatstheater Stuttgart reagieren mit einem Brief an Ministerpräsident Kretschmann (Grüne), der der Deutschen Presse Agentur vorliegt. Zielscheibe der Kritik ist CDU-Fraktionschef Manuel Hagel. Der CDU-Fraktionschef wolle mit den Bedingungen für die Renovierung das Projekt verschleppen, heißt es. Hagel unterstelle indirekt, dass es sich bei dem geplanten Umbau um eine Luxussanierung des Opernhauses handele. Die Kosten für die Generalsanierung des Opernhauses werden auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Die Stadt Stuttgart und Land wollen sie jeweils zur Hälfte tragen.

"Nichts davon ist zutreffend, das Gegenteil ist der Fall."

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Intendanten pochen auf Expertenrat zur Sanierung der Oper

"Mit großem Erstaunen und nicht geringer Besorgnis" hätten sie die Äußerungen Hagels zur Kenntnis genommen, teilten die Verantwortlichen des Opernhauses mit. Es werde der Eindruck erweckt, alle Beteiligten hätten in ihrer Arbeit "fahrlässig und fehlgeleitet gehandelt". Es sei nicht richtig, dass es hier um eine Sanierung mit "Goldrand" gehe, die leicht noch einmal abgespeckt werden könne. Schon 2018 seien Expertinnen und Experten von außen zu dem Ergebnis gekommen, "dass das Programm nunmehr im Wesentlichen nur noch den absolut unabweisbaren Bedarf beinhaltet. Diese Feststellung gilt auch im Jahr 2022 unverändert fort," heißt es weiter.

Stuttgarter Oper von vorne (Foto: SWR)
Der Streit um die Sanierung der Stuttgarter Oper hält an.

Brief geht an Ministerpräsident Kretschmann

Unterschrieben haben den Brief Marc-Oliver Hendriks, geschäftsführender Intendant sowie Tamas Detrich, Viktor Schoner und Burkhard Kosminski, die Chefs von Ballett, Oper und Schauspiel. Der Brief ging auch an Kultusministerin Theresia Bauer (Grüne) und Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz. Die CDU-Landtagsfraktion pocht indes auf die Prüfung günstigerer Alternativen.

Bedenken von FDP und Landesrechnungshof

Bereits zu Beginn der Woche hatte sich die FDP kritisch zu den Sanierungsplänen geäußert: "Wenn sich jetzt die wirtschaftliche Situation des Landes verschlechtert, ist das aus unserer Sicht nicht mehr vermittelbar”, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Rülke in Stuttgart.

Die Stuttgarter Oper soll für rund eine Milliarden Euro saniert werden. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)
Die Stuttgarter Oper soll für rund eine Milliarden Euro saniert werden. picture alliance/dpa | Marijan Murat

Auch der Präsident des Landesrechnungshofes Günther Benz mahnte eine Überprüfung der Sanierungspläne der Stuttgarter Oper an. Anlässlich der Veröffentlichung der Denkschrift 2022 in Stuttgart sagte er, der Sanierungsbedarf sei zwar unbestritten, doch in Krisenzeiten müsse man die Frage stellen, ob es andere sinnvolle Planungen geben könne, die zu einer kleineren und kostengünstigeren Lösung führen könnten.

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