Studierende und andere Impfwillige warten im Robert-Bosch-Krankenhaus auf ihre Corona-Impfung. (Foto: SWR)

Modellprojekt in Stuttgart

Corona: Studierende können sich ab sofort impfen lassen

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Die Landesregierung macht erstmals speziell Studentinnen und Studenten der Hochschulen in Stuttgart ein Impfangebot. Am Samstag ist das Modellprojekt gestartet.

Am Zentralen Impfzentrum des Robert-Bosch-Krankenhauses ging es sehr geregelt zu: Keine Schlangen, der Ablauf ist klar strukturiert. Ungewöhnlich sind die mehrheitlich jungen Gesichter vor dem Eingang - die ersten Studierenden, die sich im Rahmen des Modellprojekts für eine Impfung mit Biontech/Pfizer angemeldet haben. Teilnehmen darf nur, wer an einer der Stuttgarter Hochschulen eingeschrieben ist. Bei der Anmeldung für den Ersttermin gibt es dann auch gleich den für die zweite Impfung.

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500 Plätze sind zum Auftakt der Aktion verfügbar. Angemeldet haben sich nach Angaben des Impfzentrums aber nur 262 Studierende. Der Rektor der Universität Stuttgart, Professor Wolfram Ressel, spricht dennoch von einer guten Bilanz und hofft, dass die Aktion noch mehr Anklang findet. Wie erfolgreich sie ist, lasse sich erst in den kommenden Wochen sagen, so Ressel weiter.

Tausende Dosen Biontech stehen bereit


Rund 360.000 Studentinnen und Studenten sind in Baden-Württemberg an den Hochschulen eingeschrieben. Zunächst richtet sich das recht kurzfristige Angebot der Landesregierung nur an diejenigen in Stuttgart. Die Terminvergabe ist erst seit Donnerstagabend freigeschaltet. Insgesamt läuft die Impfkampagne für die Studierenden in Stuttgart noch bis zum 14. Juli. Dafür stehen rund 6.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer zur Verfügung.

Studierende checken am Eingang des Impfzentrums des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart ein. (Foto: SWR)
Am Samstag ging es los: Innerhalb eines Modelprojekts können sich nun Studierende am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart gegen Corona impfen lassen.

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium hofft auf eine rege Beteiligung. Eine flächendeckende Impfung auch junger Menschen soll die Ausbreitung des Virus insbesondere mit der ansteckenderen Delta-Variante im Herbst verhindern und auch einen frühen Start von Präsenz-Veranstaltungen an den Hochschulen wieder ermöglichen, so eine Sprecherin. Das Modellprojekt in Stuttgart soll laut Ministerium auf weitere Standorte ausgedehnt werden. In Heilbronn, Albstadt, Mannheim und Karlsruhe hatten die Hochschulen bereits selbst Impfaktionen gestartet.

Impfaktion löst Zustimmung und Kritik aus

Die Opposition im Landtag begrüßt die Impfaktion in Stuttgart grundsätzlich. Sie komme aber viel zu spät, kritisierte beispielsweise die Landtagsabgeordnete Alena Trauschel (FDP). Die Landesregierung habe Studentinnen und Studenten in der Pandemie viel zu lange vergessen. Das beklagen seit Monaten auch die Vertretungen der Studierenden.

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