Ein Mann erhält in einer Halle der Messe Stuttgart eine Impfung gegen das Corona-Virus. Unter dem Motto «Wir impfen THE LÄND» können im Drive-In-Verfahren binnen 48 Stunden bis zu 20 000 Impfungen gesetzt werden, aber auch zu Fuß kann man zum Impfen kommen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

"Drive-In Impfmarathon" über 48 Stunden

Impfaktion in Stuttgarter Messehalle: Rund 8.000 Impfungen verabreicht

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Der "Drive-In Impfmarathon" auf der Landesmesse in Stuttgart ist nach 48 Stunden zu Ende gegangen. Bis Sonntagabend wurden etwa 8.000 Impfungen verabreicht - weniger als erwartet.

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Nach 48 Stunden ist der Impfmarathon "Wir impfen THE LÄND" in der Stuttgart Landesmesse am Sonntagabend zu Ende gegangen. Bei der Impfkampagne am vierten Adventwochende sind laut den Veranstaltern rund 8.000 Bürgerinnen und Bürger gegen das Coronavirus geimpft worden. Verabreicht wurden die Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen in 24 Impfstraßen von Freitag, 18 Uhr bis Sonntag, 18 Uhr rund um die Uhr nach dem Drive-In-Prinzip - alle Impfwilligen konnten dabei in ihren Fahrzeugen sitzen bleiben. Ein Besuch war auch zu Fuß möglich.

Bis zu 400 Impfungen innerhalb einer Stunde

Die Organisatoren der Aktion - die Malteser-Hilfsorganisation Neckar-Alb, der Landkreis Esslingen und die Stuttgarter Messehalle - zeigten sich nach Abschluss der Aktion zufrieden. Zu Spitzenzeiten seien rund 400 Impfungen innerhalb einer Stunde durchgeführt worden, so die Veranstalter in einer Pressemeldung. Zeitweilig bildeten sich vor der Landesmesse deshalb längere Autoschlangen. Teilweise hätten die Besucherinnen und Besucher bis zu einer Stunde warten müssen, sagte Marc Lippe, Einsatzleiter bei den Maltesern, dem SWR.

Autofahrer warten in zwei Schlangen auf dem Gelände der Messe Stuttgart auf ihre Impfung gegen das Corona-Virus.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Zeitweilig bildeten sich aufgrund der hohen Nachfrage nach Impfungen Autoschlangen vor der Stuttgarter Landesmesse. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Weniger Erstimpfungen als sonst bei Impfaktionen

Zu einem "Leerlauf" sei es nur in den Nachtstunden gekommen. Zu Hochzeiten seien selbst in der Nacht 200 Impfungen pro Stunde verabreicht worden. Dabei habe es deutlich weniger Impfwillige gegeben, die sich die Erstimpfung abgeholt hätten, so Lippe. Bei anderen Impfaktionen der Malteser habe die Quote der Erstimpfungen bei rund 30 Prozent gelegen - dieses Mal seien es lediglich 5 Prozent gewesen.

Zudem ließen sich weniger Menschen impfen als erwartet - insgesamt wären 20.000 Impfungen möglich gewesen. Lippe sprach dennoch von einem sehr erfolgreichen Wochenende. Mit dieser Aktion liefere man die Blaupause für zukünftige Impfaktionen dieser Art.

Beim 48-Stunden-Impfmarathon in der Stuttgarter Messehalle wurden am Adventswochenende mehr als 6.000 Impfungen verabreicht. (Foto: SWR)
"Leerlauf" hat es laut Marc Lippe von den Maltesern in den Nachtstunden gegeben. Zu Hochzeiten seien aber selbst in der Nacht bis zu 200 Impfungen in einer Stunde verabreicht worden.

Größte Aktion der Impfkampagne "Dranbleiben BW"

Von Freitag bis Sonntag halfen etwa 700 ehrenamtliche Mitarbeiter von DRK, Johannitern, dem Technischen Hilfswerk und der Freiwilligen Feuerwehr bei der Veranstaltung. Nach eigenen Angaben war die Aktion die größte Impfaktion im Rahmen der Impfkampagne des Landes "Dranbleiben BW".

Gesundheitsminister Lucha eröffnet Impfmarathon

Der Impfmarathon war am Freitag vom baden-württembergischen Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) eröffnet worden. Lucha, ausgebildeter Krankenpfleger, nahm vor Ort selbst eine Booster-Impfung vor. Der Gesundheitsminister zeigte sich am Sonntag nach Abschluss der Aktion zufrieden und wies noch einmal auf die Wichtigkeit des Impfens hin: "Denn es stimmt - wir müssen jetzt buchstäblich Tag und Nacht impfen und boostern, um die vierte Welle zu brechen und schnell aus der Pandemie zu kommen", so Lucha.

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