Impfgeschehen in der Stuttgarter Liederhalle (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Klinikum zieht positive Bilanz

Zentrales Corona-Impfzentrum in der Stuttgarter Liederhalle geschlossen

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Im Zentralen Impfzentrum des Klinikums Stuttgart in der Liederhalle wurde am Freitag zum letzten Mal geimpft. Weit über eine halbe Million Impfungen wurden dort vorgenommen. Jetzt ist aber Schluss.

Wenn wir unsere Freiheiten im öffentlichen Leben dauerhaft zurückerobern wollen, dürften wir jetzt mit dem Impfen nicht nachlassen, sagte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) am Freitag bei der Abschlussveranstaltung in der Liederhalle. Er appellierte an alle, die das Impfangebot noch nicht genutzt haben.

"Lassen Sie sich impfen, schützen Sie sich und andere, übernehmen Sie Verantwortung. Es ist Ihre Entscheidung."

Zu Spitzenzeiten wurden pro Tag 4.500 Menschen immunisiert

Das Klinikum zog eine positive Bilanz: Mehr als 520.000 Impfungen wurden insgesamt verabreicht, zu Spitzenzeiten 4.500 pro Tag. Am 27. Dezember 2020 wurde die erste Impfung im Zentrum des Klinikums Stuttgart in der Liederhalle durchgeführt. Als erste Baden-Württembergerin war dort vor sieben Monaten eine Krankenschwester gegen das Coronavirus geimpft worden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Sozialminister Lucha setzten mit ihrer Anwesenheit bei diesem Termin ein politisches Zeichen. Impfungen wurden als der entscheidende Weg aus der Pandemie und als Wendepunkt gewürdigt.

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Rund 50 Geimpfte waren über 100 Jahre alt

Unterstützt wurde die Impfung vor Ort in der Liederhalle mit mobilen Impfteams. Mitte März waren die Immunisierungen in den Alten- und Pflegeheimen im Stadtkreis Stuttgart abgeschlossen, es folgten weitere Aktionen mit Pop-Up-Zentren in schlecht zugänglichen Regionen. Die älteste geimpfte Person war eine hochbetagte Dame kurz vor ihrem 102. Geburtstag, rund 50 Personen waren über 100 Jahre alt.

Die Räumlichkeiten sollen ab September wieder für Veranstaltungen genutzt werden. Bis dahin wird noch abgebaut und renoviert. Im zweiten zentralen Impfzentrum Stuttgarts am Robert-Bosch-Krankenhaus wird dagegen weiter geimpft, voraussichtlich bis Ende September.

Zentralen Impfzentren schließen bereits Mitte August

Alle Impfzentren im Land sollen nach jetzigem Stand über kurz oder lang schließen. Laut Gesundheitsministerium geht der Bedarf zurück. Die zehn zentralen Impfzentren schließen bereits Mitte August. Die 49 Kreis-Impfzentren bleiben bis zum 30. September geöffnet - man wolle in der Fläche vertreten bleiben. Ab Oktober könne man sich weiterhin beim Hausarzt impfen lassen.

Zeitpunkt und Durchführung von Drittimpfungen unklar

Wie es mit Drittimpfungen oder Auffrischungs-Impfungen weitergeht, und ob es dafür wieder die Impfzentren braucht, ist noch nicht klar. Bisher gibt es noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Drittimpfungen. Sozialminister Lucha fordert allerdings, ab September damit anzufangen. Dafür will er sich am Montag bei der Gesundheitsministerkonferenz einsetzen. Denn: Die vierte Corona-Welle rolle und es gebe die freien Kapazitäten in den Impfzentren, die man den September über nutzen müsse. Risikogruppen wie über 70-Jährige oder Menschen mit Vorerkrankungen würden dann wahrscheinlich wieder zuerst eine Impfung erhalten.

Gesundheitsministerium zieht positive Bilanz bei Impf-Aktionswoche

Die Landesregierung hatte diese Woche zusammen mit Impfzentren, Ärztinnen und Ärzten und Kommunen eine landesweite Impf-Aktionswoche gestartet. Das Gesundheitsministerium sprach insgesamt von einer sehr erfolgreichen Aktion. Das Ziel: Menschen schnell, unkompliziert und ohne Termin von einer Corona-Schutzimpfung zu überzeugen, zum Beispiel im Schwimmbad, beim Einkaufen oder im Fußball-Stadion. Mehr als 12.000 Menschen sollen bei der Aktion eine Corona-Impfung erhalten haben. Zwei Drittel davon haben den Impfstoff von Johnson und Johnson bekommen, bei dem für einen vollen Impfschutz nur eine Dosis notwendig ist.

Die Impfbereitschaft im Land ist gesunken

Allerdings sinkt die Impfbereitschaft im Land weiter, sodass laut Gesundheitsministerium sogar 4.000 Impfdosen Astrazeneca vernichtet werden mussten. Man sei die Dosen nicht losgeworden und sie laufen heute ab. Das droht auch weiteren Impfdosen, weshalb das Land 450.000 Dosen Astrazeneca jetzt an den Bund zurückgibt. Was danach mit dem Impfstoff passiert, entscheidet der Bund.

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