Zahlreiche Menschen bevölkern  die Königsstraße, Stuttgarts zentrale Einkaufsmeile.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Michael Latz)

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IBA '27-Chef Hofer: Mehr Wohnungen in Stuttgarter Königsstraße

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Was hilft gegen steigende Mieten, teure Immobilien und zu wenig Bauland? Der Chef der IBA '27 Andreas Hofer ist überzeugt, schnell und viel zu bauen, könne nicht die Lösung sein.

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Der Intendant der Internationalen Bauaustellung Stuttgart ist überzeugt: "Bauen geht nicht schnell." Und wenn man versuche, schnell und viel zu bauen, renne man nur Trends hinterher. Wenn irgendwann die Gebäude fertiggestellt seien, würde man bereuen, was man getan habe, sagte Hofer am Montag dem SWR.

"Ich möchte, dass wieder an der Königstraße gewohnt wird."

Man müsse langfristig über die Zukunft nachdenken. Im Grunde brauche man ein neues Schulfach: "Zukunft Wohnen". Er selbst kann sich beispielsweise vorstellen, dass die Stuttgarter "Königstraße" nicht mehr als reine Einkaufsstraße betrachtet wird. Würden dort mehr Mensch leben, könnte dies eine Chance sein, die Stadt vielfältiger und diverser zu machen, so Hofer. "Der Einzelhandel ist sowieso unter Druck, da braucht es neue Konzepte."

Hofer: Auch Stuttgart kann sich verändern

Die IBA-Macher um Hofer blicken auf die gesamte Region Stuttgart, die auch aus ländlichen Gebieten besteht. Dabei will die IBA die Region neu denken. "Viele sagen ja: Die Region ist beplant und bebaut, da kann man gar nichts machen", so Hofer. Doch das sei nicht der Fall. Er berichtet beispielsweise von der Umgestaltung des ehemaligen Gerberviertels in Backnang. "Da sind 17 Hektar Stadt, die plötzlich aus dem Dornröschenschlaf erwachen". Er hoffe, bis 2027 neue und umgenutzte Gebäude präsentieren zu können, sagt er dem SWR.

Hofer: Keine harten Einschnitte in das Stadtbild

Eine solche veränderte Nutzung vorhandener Räume in bestehenden Strukturen - wie zum Beispiel auch bei seiner Idee für die Königstraße - ist Hofer wichtig. Im Gegensatz dazu lehnt er harte Einschnitte in das derzeitige Stadtbild ab: Die würden seiner Erfahrung nach von kommenden Generationen im Nachhinein häufig kritisch gesehen - dabei falle ihm bei Stuttgart die dortige Verkehrsplanung ein.

Heute folge Stuttgart bei diesem Thema dem weltweiten Trend, durch neue Konzepte Lärm und Abgase aus der Stadt heraus verlagern zu wollen. "Stuttgart ist da natürlich in einer ganz schwierigen Position, weil es auch von den Autos lebt", analysiert der IBA '27-Chef und zeigt sich eher skeptisch: "Ich glaube nicht, dass Stuttgart in diesem Bereich eine Pionierrolle übernehmen kann."

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