Menschen sitzen auf den Treppenstufen, auf dem Schlossplatz darunter wird gebummelt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Christoph Schmidt)

Zu viel Lärm, Müll und Kriminalität

Stuttgart verhängt nächtliches Aufenthaltsverbot an "Hotspots"

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Die Stadt Stuttgart will dafür sorgen, dass beliebte Treffpunkte in der Stadt wie der Marienplatz, der Feuersee und der Max-Eyth-See auch in den Wochenendnächten sicher und sauber sind.

Immer wieder haben sich Anwohner beklagt, dass sich dort Menschen treffen, die bis in den frühen Morgen laut feierten. Deshalb hat die Stadt Stuttgart am Donnerstag bekanntgegeben, dass am Wochenende an diesen Plätzen ein Aufenthaltsverbot gilt, und zwar von Mitternacht am Samstag bis Sonntagmorgen um 6 Uhr.

Ein Passant geht links über den leeren Marienplatz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Marijan Murat)
So leer soll der Marienplatz von Samstag auf Sonntag sein, damit Ruhe einkehrt (Symbolbild) Marijan Murat

"Aufenthaltsverbot zweckmäßig und angemessen"

Das gilt für die Anlagen rund um den Feuersee im Stuttgarter Westen und für den Marienplatz im Süden der Stadt. Der Stuttgarter Ordnungsbürgermeister Clemens Maier (Freie Wähler) hält das für zweckmäßig und angemessen. "Die Stimmung ist bis zu einem gewissen Zeitpunkt ausgelassen und fröhlich, allerdings nimmt der Lärm dann mehr und mehr für die jeweilige Anwohnerschaft unerträgliche Züge an. Feiern bis in den Morgen auf Kosten der Nachtruhe aller Anwohner ist nicht dauerhaft duldbar. Deswegen kommen wir um eine zeitlich bis in den Morgen beschränkte Sperrung nicht herum," heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus.

Damit das Verbot auch eingehalten wird, hat die Stadtverwaltung einen Dienstleister mit der Kontrolle beauftragt. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen am Wochenende an den Hotspots Streife gehen. Damit sind aber nicht nur der Marienplatz (einschließlich Erwin-Schöttle-Platz) und der Feuersee gemeint. Auch am Max-Eyth-See und am Bismarckturm werden diese Ordnungshüter patroullieren, um die Anlagen zu schützen und die Anwesenden über die geltenden Regeln zu informieren.

leere Getränkebehälter und -dosen stapeln sich neben einem vollen Abfalleimer (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bernd Weißbrod)
Überquellende Mülleimer - dagegen will Nopper an den Hotspots angehen Bernd Weißbrod

OB Nopper will gegen den Müll der Feiernden angehen

Bisher hatte die Stadtreinigung immer alle Hände voll zu tun, wenn größere Gruppen abends und nachts in der Stadt gefeiert haben. Das soll besser werden, verspricht Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). An den neuralgischen Punkten sollen jeweils bis zu sechs zusätzliche große Mülleimer aufgestellt werden. Und nach dem ersten Wochenende wird überprüft, ob das gereicht hat.

Außerdem wird in den Sommermonaten eine Putzkolonne in Rufbereitschaft gehalten. Drei Reinigungsteams rücken bei Bedarf am nächsten Morgen aus - maximal zwölf Leute plus drei Kehrmaschinen stehen parat, falls die sonst üblichen täglichen Reinigungsgänge nicht ausreichen. Am Max-Eyth-See findet montags und freitags eine Komplettreinigung inklusive der Gehwege und Papierkörbe statt.

Zusätzliche Toiletten werden aufgestellt

Für die menschlichen Bedürfnisse der Feiernden will die Stadt ebenfalls sorgen. Ab dem kommenden Wochenende stellt die Abfallwirtschaft am Marienplatz Toiletten auf. Eine Woche später, ab dem ersten Juli-Wochenende, soll es auch am Max-Eyth-See welche geben.

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Neben der Landeshauptstadt wollen nach mehreren Angriffen auf Polizeibeamte, Ruhestörung und auch Fällen sexueller Belästigung in Parks und auf öffentlichen Plätzen auch andere Städte gegensteuern. So will etwa die Stadt Freiburg auf dem Platz der Alten Synagoge an beiden Nächten dieses Wochenendes kein Glas mehr erlauben. Das gelte ab 20 Uhr abends bis zum nächsten Morgen 5 Uhr. Außerdem würden große Abfallcontainer aufgestellt. Um aber weiter attraktive Angebote für die Bürger zu ermöglichen, würden die Gebühren für Kulturveranstaltungen auf städtischen Grünflächen gesenkt.

In vielen Städten in Baden-Württemberg hatten sich an den vergangenen Wochenenden bei schönem Wetter und angesichts gelockerter Corona-Beschränkungen teils Hunderte Menschen auf Wiesen und Plätzen versammelt. Dabei war es auch zu Auseinandersetzungen und Gewalt gekommen. Anwohner hatten zudem über Lärm und Vermüllung geklagt.

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