Hoffnungshaus in Leonberg: Angelika Röhm (Leonbergerin), Olga und Alisa Kladko (Ukrainerinnen) sitzen zusammen am Tisch und unterhalten sich.

Zehn Jahre Hoffnungshäuser

Wie funktioniert Integration? In Leonberg leben Flüchtlinge und Deutsche zusammen

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Werner Trefz
Werner Trefz
Frederike Hagedorn

In Leonberg leben Geflüchtete und Einheimische in sogenannten Hoffnungshäusern zusammen. Mit diesem Wohnkonzept soll Integration gefördert werden.

In sogenannten Hoffnungshäusern leben in Leonberg (Kreis Böblingen) Geflüchtete und Leonberger unter einem Dach. Dadurch sollen Menschen mit Fluchterfahrung in die Gemeinschaft integriert werden. Oberbürgermeister Martin Cohn blickt positiv auf das Konzept.

In Leonberg leben 84 Menschen in Hoffnungshäusern

In insgesamt drei Hoffnungshäusern in Leonberg leben derzeit 84 Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt. Die Häuser sind zwar mit einzelnen Wohnungen versehen, allerdings gibt es mehrere Gemeinschaftsräume. Dort steht der Austausch untereinander im Mittelpunkt. Ein Beispiel für das erfolgreiche Wohnkonzept sind Olga und Alisa Kladko. Familie Kladko ist zu Beginn des Ukrainekriegs geflüchtet. Nun wohnen sie in einem der drei Hoffnungshäuser und haben Angelika Röhm aus Leonberg durch das Wohnkonzept kennengelernt.

Die Familie Kladko fühlt sich wohl im Leonberger Hoffnungshaus. Durch das nahe Zusammenleben konnten sie schnell Kontakte knüpfen. Nicht nur zum Austausch wird sich getroffen, sondern auch um zu helfen. Kindergartenplätze, Jobs finden oder Wohngeld beantragen - Angelika und Olga füllen zum Beispiel gemeinsam Anträge aus.

Hoffnungshaus in Leonberg: Angelika Röhm und Olga Kladko sitzen auf der Couch.
Gelebte Integration im Hoffnungshaus in Leonberg: Angelika Röhm hilft Olga Kladko beim Ausfüllen ihres Wohngeldantrags.

Zehn Kommunen bieten Platz für 700 Menschen

Vor zehn Jahren wurde die Hoffnungsträger Stiftung von Tobias Merckle gegründet. Seitdem sind neben Leonberg in neun weiteren Kommunen Hoffnungshäuser entstanden. Insgesamt sind es 32 Häuser. Sie schaffen Platz für ungefähr 700 Bewohner und Bewohnerinnen. Darunter Ukrainer und Ukrainerinnen, wie Olga und Alisa Kladko, aber auch Menschen aus Afghanistan, Chile, Irak, Kosovo, Nigeria und Syrien finden hier einen Platz. Die wichtigste Voraussetzung, sowohl für die Einheimischen als auch die Geflüchteten ist: "Die Bereitschaft international und interreligiös zu leben", so Angelika Röhm. Denn um in die Hoffnungshäuser einziehen zu können, müsse man sich bewusst auf das Konzept einlassen.

Wohnkonzept trifft auch auf Ablehnung

In direkter Nachbarschaft zu den Hoffnungshäusern in Leonberg sind nicht alle von dem Wohnkonzept überzeugt. Mit Bannern machen sie ihre Ablehnung deutlich. Angelika Röhm hofft, "dass unsere Nachbarn eben auch entdecken, dass im Miteinander ein Mehrwert liegt".

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