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Die Infektion verläuft oft ähnlich einer Grippe - und kann schlimme Folgen haben. In der Region Stuttgart ist vor allem der Landkreis Böblingen betroffen.  

Seit Jahresanfang wurden dem Landesgesundheitsamt in Stuttgart bereits 43 Fälle aus 17 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg gemeldet, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart am Donnerstag mit. Dabei weist der Landkreis Böblingen mit sechs Fällen allein im Januar eine der höchsten Hantavirus-Fallzahlen landesweit auf. Im Landkreis Esslingen und in der Stadt Stuttgart wurden im Januar jeweils vier Fälle registriert, im Landkreis Göppingen drei und im Landkreis Ludwigburg ein Fall.

Betroffen vor allem Regionen mit hohem Buchenwald-Anteil

Baden-Württemberg ist laut der Mitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart ein Endemiegebiet für Hantaviren, das heißt, hier treten Hantavirus-Infektionen gehäuft auf. Übertragen wird das Virus durch Rötelmäuse. Betroffen im Land sind vor allem Regionen mit einem hohen Anteil an Buchenwald, da sich dort die Rötelmaus wohl fühlt. Gute Nahrungsbedingungen sorgen dort für ein vermehrtes Vorkommen dieser Kleinnager und damit verbunden ist ein erhöhtes Hantavirus-Risiko. Das letzte größere Hantavirus-Ausbruchsjahr war 2019. Damals wurden landesweit insgesamt 833 Fälle registriert.

"Aufgrund der aktuellen Zahlen wird 2021 wohl ein starkes Hantavirus-Jahr werden."

Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne)

Erkrankung beginnt mit grippeartigen Symptomen

Eine Hantavirus-Infektion birgt die Gefahr schwerer Verläufe. Der überwiegende Teil der Infektionen verläuft jedoch in der Regel unbemerkt oder sehr leicht. Macht sich die Krankheit bemerkbar, sind die Symptome ähnlich einer Grippe. Die Erkrankung beginnt dann meist mit akut einsetzendem hohen Fieber. Auch Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bauch- und Rückenschmerzen sind typische Symptome. Infizierte Nager scheiden den Erreger über ihren Speichel, Urin und Kot aus. Der Mensch infiziert sich in der Regel durch das Einatmen erregerhaltigen Staubes, in dem Viren über Tage oder sogar Wochen stabil sind. Bei schweren Verläufen der Erkrankung besteht auch die Gefahr eines Nierenversagens.

Vorsicht beim Reinigen von Kellern und Schuppen

Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht dort, wo Rötelmäuse vorkommen und bei Tätigkeiten, bei denen Staub aufgewirbelt werden kann. Dies betrifft vor allem Holzarbeiten im Wald und Garten sowie die Reinigung von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen. Menschen atmen die Krankheitserreger gebunden an Staubpartikel ein. Das passiert dort, wo mit Hantavirus infizierte Rötelmäuse leben und ihren Kot und Urin hinterlassen. Über die Exkremente werden die Viren übertragen. Kommt es durch bestimmte Tätigkeiten zu Staubentwicklung werden die Viren mit Staubpartikel aufgewirbelt. Vorsicht sei ebenfalls geboten, wenn Holz gestapelt oder umgeschichtet werde. Kontakt zu Nagern und deren Ausscheidungen sollten vermieden werden. Die Vermeidung des Kontakts mit Ausscheidungen von Nagern ist die wichtigste Maßnahme einer Infektionsverhütung, heißt es in der Mitteilung des Regierungspräsidiums weiter. Einen Impfstoff oder eine Erreger-spezifische Therapie gebe es nicht.

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