Erdgaszuleitungen sind vor dem Heizkraftwerk 3 Stuttgart-Gaisburg zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Versorger erhöhen Gaspreise

Gasversorgung für Privatkunden in Region Stuttgart gesichert - Firmen bekommen Warnbriefe

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Privatleute in der Region Stuttgart müssen laut EnBW keine Sorge vor einem Gas-Stopp haben. Anders sieht es bei Unternehmen aus - sie bekommen eine Warnung per Post.

Wer in der Region Stuttgart als Privatperson oder -haushalt Gas bekommt, muss sich nach Angaben des Energiekonzerns EnBW derzeit keine Sorgen machen. In der Stadt selbst wird nach Angaben aus dem Rathaus fast jede zweite Wohnung mit Gas beheizt.

Schon jetzt prüft die Stadt, wie im Falle eines akuten Gasmangels gehandelt werden soll. Kritische Infrastruktur wie Krankenhäuser würde auch dann in jedem Fall mit Gas beliefert, teilte die Energieabteilung bei der Stadtverwaltung dem SWR mit. Allerdings könnte ein solcher Gas-Mangel Folgen für städtische Bäder haben, indem dort ab Herbst Warmbadetage wegfallen könnte oder Bäder möglicherweise vorübergehend ganz schließen.

Firmen, die Gas nutzen, bekommen Warnbriefe

Wegen der Frühwarnstufe im Notfallplan warnen Versorger bereits jetzt ihre Großkunden vor. Für den Energieversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) bedeutet das jetzt laut Sprecher Hans-Jörg Groscurth zunächst, dass das Unternehmen prüft, bei wem im Falle von Knappheit die Gasversorgung gedrosselt werden könne. "Da reden wir aber nur über Unternehmen, die möglicherweise gedrosselt oder abgeklemmt werden", sagte er dem SWR.

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Stadtwerke Herrenberg warnen Gas-Großkunden

Viele Unternehmen wüssten gar nicht, ob sie im Falle von Engpässen bei der Gasversorgung betroffen wären, sagt der Erste Bürgermeister der Stadt Herrenberg, Stefan Metzing. Die Stadtwerke Herrenberg verschicken deshalb derzeit Warnungen per Post. "Wir hatten diese Lage ja noch nie und wir gehen davon aus, dass viele Firmen gar nicht wissen, dass sie zum Kreis der Betroffenen gehören", erklärte er. Die Stadtwerke Herrenberg bieten deshalb jetzt eine Infoveranstaltung an.

"Leider mussten wir gerade die Gas-Preise erhöhen"

Höhere Bezugspreise werden an die Kunden weitergegeben

Bei vielen Gas-Anbietern steigen derzeit die Preise, so auch bei den Stadtwerken in Herrenberg, die in die Zuständigkeit des ersten Bürgermeisters Metzing fallen. "Das ist etwas, das uns umtreibt", sagte er dem SWR. Die Bezugspreise stiegen, das müsse man leider an die Gas-Kunden weiter geben, führte er aus. Auch bei der EnBW bestätigt man das. Jedes Unternehmen müsse auf die sehr hohen Preise auf dem Gasgroßmarkt reagieren, so Sprecher Groscurth. "Das wird in irgendeiner Form bei den Endkundinnen und -kunden ankommen."

Sorgen um ihrer Gas-Versorgung müssen sich Privatleute in der Region Stuttgart aktuell nicht machen. Aber: es wird teurer. (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance/ dpa | Norbert Försterling)
Sorgen um ihrer Gas-Versorgung müssen sich Privatleute in der Region Stuttgart aktuell nicht machen. Aber: es wird teurer. picture-alliance/ dpa | Norbert Försterling

EnBW: Stuttgarter Gaskessel still zu legen war kein Fehler

Die Frage, ob vor dem aktuellen Hintergrund ein Fehler war, den Stuttgarter Gaskessel still zu legen, verneint der EnBW-Sprecher: Auch wenn der Kessel groß wirke, könne man mit dem Volumen dieses Speichers im Raum Stuttgart nur den Gasbedarf für wenige Stunden decken. Für Gas gebe es in ganz Deutschland etwa 50 unterirdische Gasspeicher. Der am nächsten gelegene befinde sich in Sandhausen. Dennoch sei vor allem das Netz der Leitungen selbst der größte Speicher. Hier komme es darauf an, überregional für eine konstante Einspeisung zu sorgen.

Die EnBW unterstützt den Aufruf von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), jetzt schon den Gasverbrauch möglichst zu reduzieren. "Alles was wir jetzt einsparen, hilft im nächsten Winter", so Sprecher Groscurth. Was derzeit nicht verbraucht werde, könne man speichern, hieß es. Auch bei den Stadtwerken Herrenberg rät man, beim Gasverbrauch zu sparen. Das sei auch angesichts der deutlich gestiegenen Preise sinnvoll, sagt Bürgermeister Metzing.

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