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Die Gäubahn soll für den Deutschlandtakt ausgebaut werden - dafür will der Bund eine Milliardensumme in die Hand nehmen. Der Gäubahntunnel betrifft auch Stuttgart 21.

Der Parlamentarische Staatsekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), hat am Donnerstag in Berlin die Ergebnisse einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zum Ausbau der Gäubahn vorgelegt. Demnach kann die Gäubahn Stuttgart-Singen wirtschaftlich leistungsstark ausgebaut werden, mit neuen Gleisen und einer neuen Anbindung zum Flughafen Stuttgart mit dem sogenannten Gäubahntunnel. Die Wirtschaftlichkeit sei nun nachgewiesen, so Bilger.

"Damit sind die Weichen für den Deutschlandtakt und einen optimal vernetzten Bahnverkehr in der Region gestellt. Das zeigt: Wir können und wollen die starke Schiene."

Steffen Bilger (CDU), Parlamentarischer Staatsekretär im Bundesverkehrsministerium

Vom neuen Gäubahn-Konzept würden Reisende und Wirtschaft profitieren. Auf dem deutschen Abschnitt der Gäubahn werde es mit dem Ausbau eine Beschleunigung von rund 20 Minuten geben, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums. Außerdem gebe es eine gute und schnelle Einbindung der Gäubahnstrecke in den Bahnknoten Stuttgart mit direkter Anbindung an den Flughafen. Das neue Ausbaukonzept sieht unter anderem auch eine Ertüchtigung der Strecke Herrenberg-Eutingen und einen zweigleisigen Ausbau zwischen Sulz und Epfendorf vor.

Laut Verkehrsministerium werden die Kosten für die Maßnahmen zum Ausbau der Gäubahn auf rund 2,1 Milliarden Euro geschätzt. Der bisher vorgesehene und in der Planung weit fortgeschrittene Ausbauabschnitt zwischen Horb und Neckarhausen sei ebenfalls Bestandteil des neuen Konzepts. Der Baubeginn dort ist weiterhin 2021 geplant.

Ministerium kündigt Gespräche mit Stuttgart-21-Beteiligten an

Das Bundesverkehrsministerium will jetzt mit der Deutschen Bahn die finanzielle Abgrenzung zum Projekt Stuttgart 21 klären. Ziel sei es, die Planungen des neuen Konzepts so schnell wie möglich zu beginnen. Für den Gäubahntunnel rechnet Staatssekretär Bilger mit einer Bauzeit von wenigen Jahren. Zur Planungszeit könne er keine Angaben machen, sagte Bilger.

Mit dem Deutschlandtakt sollen Züge künftig besser aufeinander abgestimmt werden. Umsteige- und Reisezeiten sollen erheblich sinken. Für den Deutschlandtakt soll das Schienennetz so ausgebaut werden, dass die Züge des Nah- und Fernverkehrs zu einer bestimmten Zeit an den Knotenbahnhöfen ankommen und optionalen Anschluss untereinander haben.

Verkehrsclub lehnt Vorschlag des Ministeriums ab

Der Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums zum Ausbau der Gäubahn stößt auf Kritik des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Der jetzt bekanntgewordene Wegfall der Halte in den Bahnhöfen der beiden größten Städte entlang der Strecke, nämlich Böblingen und Singen, könne nur als grober Unfug bezeichnet werden, sagte Landeschef Matthias Lieb am Freitag in Stuttgart. Wie ohne die Fahrgäste dieser Städte das Gesamtkonzept wirtschaftlich sein solle, bleibe ein gut gehütetes Geheimnis des Bundes. Den Tunnel sieht der VCD gleichfalls kritisch. Er sei nur das Eingeständnis, dass die bisherige Planung der Flughafenanbindung der Gäubahn untauglich sei.

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