STAND

Im Tierquälerei-Skandal am Schlachthof Gärtringen (Kreis Böblingen) hat BW-Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) Kungelei-Vorwürfe der Opposition zurückgewiesen. Der Fall war am Dienstag Thema im baden-württembergischen Landtag.

Video herunterladen (2,8 MB | MP4)

Die Opposition im baden-württembergischen Landtag forderte Klarheit von Agrarminister Hauk. Vor allem SPD-Abgeordnete hatten kritische Fragen zu Hauks Rolle im Schlachthof-Skandal. Hauk verwies jedoch bei einer Sondersitzung des Agrarausschusses des Landtags auf die Verantwortung des Landratsamtes. Ein Prüfbericht habe schon vor zwei Jahren Probleme im Schlachthof Gärtringen aufgezeigt. Da sei es aber vor allem um bauliche Mängel gegangen, sagte Minister Hauk. Hätte es damals schon Hinweise auf Tierquälerei gegeben, wäre es Sache des Landratsamts Böblingen gewesen, den Schlachthof zu schließen. Diesen Sommer schließlich tauchten Videos von Tierquälereien auf. Inzwischen ist der Schlachthof geschlossen.

Agrarminister Hauk bestreitet "Kungelei-Vorwürfe"

Ein weiterer Vorwurf gegen Agrarminister Hauk: Er habe Sanktionen gegen den Betreiber des mittlerweile geschlossenen Schlachtbetriebs in Gärtringen gestoppt. Monate zuvor hatte Hauk veranlasst, dass ein Zwangsgeld gegen die Schlachthofbetreiber ausgesetzt wurde, kurz darauf wurde es wieder eingesetzt. Der Schlachthofgeschäftsführer sei ein Parteifreund von Hauk. Doch der Minister bestritt bereits in der Vergangenheit, dass das eine Rolle gespielt habe.

Hauk habe dem Schlachthof-Chef "weder persönliche Gefallen getan, noch gab es persönliche Beziehungen über das Geschäftliche hinaus", bekräftigte Hauk in der Ausschusssitzung erneut. Es sei darum gegangen, die Zahlungsfähigkeit des Schlachthofs zu sichern. Der sei im Corona-Lockdown wichtig gewesen für die Lebensmittelversorgung.

Schlachthof Gärtringen nach Tierquälerei-Vorwürfen geschlossen

Der Verein "Soko Tierschutz" hatte Ende August Bildmaterial aus dem Schlachthof veröffentlicht und wirft den Mitarbeitern vor, Schweine geschlagen und getreten sowie Elektroschocker eingesetzt zu haben. Außerdem sollen die Tiere unprofessionell betäubt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall. Das Landratsamt Böblingen hat den Schlachthof vorläufig geschlossen.

Schläge, Tritte, unprofessionelle Betäubung Warum musste der Schlachthof Gärtringen schließen?

Nach Tierschutzverstößen ist der Schlachthof Gärtringen Ende September geschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Was sind die Hintergründe? Was ist bislang geschehen?  mehr...

Zukunftskonzept soll erarbeitet werden Nach Vorwurf der Tierquälerei: Schlachthof Gärtringen wohl noch bis Mitte 2021 geschlossen

Der Schlachthof in Gärtringen (Kreis Böblingen) ist Anfang September wegen mutmaßlicher Tierquälerei vorübergehend geschlossen worden - jetzt ist eine Wiedereröffnung in die Ferne gerückt.  mehr...

FDP und SPD setzen Sondersitzung an Opposition will Gärtringer Schlachthof-Vorwürfe im Ausschuss öffentlich klären

Im Gärtringer Schlachthof-Skandal (Kreis Böblingen) muss Agrarminister Peter Hauk (CDU) Stellung nehmen. Die Vorwürfe der Opposition: Parteiklüngel und das Stoppen von Sanktionen gegen den Schlachthof.  mehr...

Tierquälerei in Genossenschaftsbetrieb Schlachthof-Skandal in Gärtringen weitet sich aus - Ministerium stoppte Sanktionen

Seit Anfang September ist der Schlachthof Gärtringen (Kreis Böblingen) wegen Tierquälerei geschlossen. Wie jetzt öffentlich wurde, wurde im April ein Zwangsgeld gegen den Schlachthof ausgesetzt.  mehr...

STAND
AUTOR/IN