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Am 6. Januar verabschiedet sich Fritz Kuhn (Grüne) als Oberbürgermeister aus dem Stuttgarter Rathaus. Anders als von der Grünen-Fraktion gehofft, erhielt Kuhn bislang kein Angebot für eine Ehrenbürgerschaft.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Stuttgarter Gemeinderat, Alexander Kotz, verwies darauf, dass es keinen Automatismus gebe. Nicht jeder OB werde automatisch auch Ehrenbürger der Stadt, so Kotz. Der Fraktionsvorsitzende der Stuttgarter SPD, Martin Körner, ergänzte, man könne in einem Jahr noch mal darüber nachdenken, momentan halte er es nicht für angebracht. Hannes Rockenbauch, Vorsitzender vom Linksbündnis, hätte einen Antrag auf Ehrenbürgerschaft für Fritz Kuhn zwar unterstützt, in seiner Fraktion gebe es aber auch Gegenstimmen, so Rockenbauch.

Zuletzt erhielt Alt-OB Schuster die Ehrenbürgerwürde

Die Ehrenbürgerwürde ist nach Angaben der Stadt Stuttgart die höchste Anerkennung, die eine Kommune aussprechen kann. Seit dem Jahr 1945 haben gerade einmal neun Personen den Stuttgarter Ehrenbürgerbrief erhalten. Zuletzt war das im Jahr 2012 der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU).

Gemischte Bilanz der Partei-Chefs im Gemeinderat

Gemeinderatssitzung des Stuttgarter Gemeinderats. (Foto: Imago, Lichtgut)
Sitzung des Stuttgarter Gemeinderats (Archiv) Imago Lichtgut

Zum Ende der Amtszeit von Fritz Kuhn fällt die Bilanz der verschiedenen Fraktionsvorsitzenden verhalten aus. Auch wenn einzelne Erfolge beim Klimaschutz oder der Luftreinhaltung zu verzeichnen seien, habe Kuhn der Stadt mit dem Negativ-Image durch den Feinstaubalarm geschadet, sagte Kotz (CDU) dem SWR. Körner (SPD) hält Kuhn die Tarifreform beim ÖPNV zugute, aber in Sachen Energiewende und beim Thema Wohnen sei Kuhn nicht voran gekommen. Rockenbauch (Linksbündnis) meint, zu einer Politik für mehr Nachhaltigkeit habe man Kuhn auch aus seiner Fraktion antreiben müssen, zu oft sei Kuhn in der Umklammerung der CDU verharrt.

Lob von den Grünen

Anders dagegen äußerte sich Andreas Winter, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er meint, Stuttgart sei nachhaltiger und offener geworden, Kuhn habe die Transformation der Stadt voran gebracht. In der Kultur habe er die Stadt bereichert und Krisen wie 2015 die Aufnahme der Flüchtlinge oder aktuell die Corona-Krise gemeistert.

"Menschlich angenehm und stets verlässlich"

Im Rückblick attestieren die Stuttgarter Grünen dem scheidenden Stadtoberhaupt besonderes Verhandlungsgeschick. CDU-Chef Kotz lobt die Verlässlichkeit Kuhn: Der grüne OB habe Vertraulichkeit immer gewahrt. Rockenbauch betont das menschlich angenehme Verhältnis zu Kuhn. Körner sagt, dass Kuhn zwar kein "OB der Herzen" gewesen sei, der das Bad in der Menge genossen habe – aber dass das ja auch Vorteile habe.

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