Arbeiter füllen Beton in die Verschalung der ersten freistehenden Kelchstütze (Foto: picture-alliance / dpa, Sebastian Gollnow)

Bauprojekt Stuttgart 21 Erste freistehende S21-Kelchstütze in Beton gegossen

Es geht voran bei den Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21: Am Samstag ist die erste freistehende sogenannte Kelchstütze aus Beton gegossen worden. 28 sollen es mal werden.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Innerhalb von knapp neun Stunden flossen gut 100 Betonmischer-Ladungen in das zwölf Meter hohe Dachteil, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte. Den Angaben nach wurden circa 700 Kubikmeter Material verarbeitet. Die Bahn verwendet dabei einen Spezialbeton, der so bisher nur zwei Mal in Baden-Württemberg verwendet wurde. 28 dieser trichterförmigen Stützen sollen einmal als besonderer architektonischer Blickfang den Bahnhof in der Stuttgarter Innenstadt zieren. Rund fünf Monate dauert der Bau einer einzigen Stütze. In knapp zwei Jahren soll die letzte Stütze stehen.

Bahn: Schalenkonstruktion in dieser Form einzigartig

Der Durchmesser eines ganzen Kelches liegt nach Bahnangaben bei 32 Metern. Auf den mächtigen Betonschalen soll das teilweise begrünte Dach des Tiefbahnhofs ruhen. Durch sogenannte Lichtaugen auf jedem Kelch soll Tageslicht in die Tiefe dringen. Diese Schalenkonstruktion "stellt für Ingenieure und Baukolonnen eine große technische Herausforderung dar", betonte das Unternehmen in einer Mitteilung. Sie sei in dieser Form noch nie gebaut worden.

Lichtauge und Tragekonstruktion fehlen noch

Mehr als 1.000 Quadratmeter Fläche hat eine der Stützen. Allein im ersten Kelch stecken 22.000 einzeln vermessene Stahlstreben, 350 Tonnen wiegen sie. Ganz vollendet ist die Stütze aber noch nicht: Oben fehlt noch die sogenannte Hutze, die später das Lichtauge tragen soll. Der Fuß des Kelches steht schon seit 2017 auf der Riesenbaustelle im Stadtzentrum von Stuttgart. Er wurde aus 35 Kubikmetern Beton geformt.

Kritik am Tiefbahnhof bleibt

Stuttgart 21 steht für eine Neuordnung des Bahnknotens in der Landeshauptstadt. Nach Angaben der Bahn vom Juli kann der Hauptbahnhof Ende 2025 in Betrieb gehen. Das Projekt, gegen das Gegner bis heute immer wieder zu Protesten aufrufen, soll dann bis zu 8,2 Milliarden Euro gekostet haben.

STAND