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Der Premieren-Testflug in Stuttgart liegt bereits vier Jahre zurück. Am Freitag wurde die neueste Version des alternativ angetriebenen viersitzigen Fliegers vorgestellt.

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Gut zehn Jahre noch, dann sollen in Deutschland nach dem Willen von Politik und Forschung erste nur von Wasserstoff und Brennstoffzellen angetriebene Passagierflugzeuge mit Dutzenden Menschen an Bord unterwegs sein. Das Flugzeug mit dem Namen HY4 war vor einigen Jahren maßgeblich vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität Ulm gebaut worden. Nun wurde es in mehreren Bereichen optimiert und am Freitag am Stuttgarter Flughafen vorgestellt. Der Flieger gehört der Firma H2Fly. Die Forscher hoffen, die zu Grunde liegende Technologie in den nächsten zehn Jahren so perfektionieren zu können, dass dann Regionalflugzeuge mit 40 bis 80 Passagieren mit der Kombination von Wasserstoff und Brennstoffzellen unterwegs sein können.

Bundesverkehrsminister prophezeit neuem Antrieb große Zukunft

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht in der Antriebskombination aus Wasserstoff und Brennstoffzellen eine große Zukunft für Kurz- und Mittelstreckenflieger im Luftverkehr. In einer Grußbotschaft zu der Präsentation des Flugzeugs sagte der Politiker: "Was hier entsteht, kann die Mobilität verändern." Das gelte vor allem für kleinere Strecken. Es bestehe die Möglichkeit, dass solche Wasserstoffflieger als Zubringer-Air-Taxis schon bald Passagiere direkt aus Stadtzentren zum nächstgrößeren Flughafen bringen könnten, so Scheuer, und zwar sauber und schnell. Scheuer sagte weiter, Deutschland habe sich mit dieser Erfindung einen wertvollen Vorsprung in diesem hochtechnologischen Bereich verschafft.

Weiterflug auch bei Ausfall von Brennstoffzellen möglich

Das Flugzeug mit vier Sitzen hatte 2016 in Stuttgart seinen ersten Testflug vor Publikum absolviert. Vier Jahre später ist es nach Angaben der beteiligten Forscher in allen Bereichen deutlich optimiert worden. Nach Angaben von Projektleiter Josef Kallo wurde das gesamte System überarbeitet. So seien die Wasserstofftanks an Bord jetzt ebenso wie das Brennstoffzellensystem ausfallsicher. So könne man selbst für den Fall, dass eine oder gar zwei Brennstoffzellen in der Luft ausfielen, problemlos weiterfliegen. Das Projektflugzeug hat inzwischen eine europaweite Testfluggenehmigung bekommen und soll zunächst bis Mai 2021 in Stuttgart erprobt werden. Kallo geht davon aus, dass diese elektrische Antriebsform um 2030 herum Markt- und Serienreife für kleinere Flugzeuge erreicht. Die Forscher des DLR und der Uni Ulm sehen sich auf diesem Gebiet weltweit führend.

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