5.000 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen

Fliegerbombe in Stuttgart-Zuffenhausen erfolgreich entschärft

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Im Zentrum von Stuttgart-Zuffenhausen ist am frühen Freitagnachmittag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Die Evakuierung dauerte länger als gehofft.

Wolfgang Kosiol vom Kampfmittelbeseitigungsdienst hat die Fliegerbombe in Stuttgart-Zuffenhausen entschärft. (Foto: Rosar Fotoagentur)
Um 13 Uhr war es soweit, die Entschärfung hat nur wenige Minuten gedauert. Wolfgang Kosiol vom Kampfmittelbeseitigungsdienst hat die amerikanische Fliegerbombe entschärft. Rosar Fotoagentur

Die Entschärfung an sich ging schnell. Sie dauerte nur wenige Minuten. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, handelte es sich um keine gefährliche Bombe mit Langzeitzünder.

Ältere Frau weigerte sich - Hundestaffel musste kommen

Die Evakuierung hatte um sechs Uhr morgens begonnen. Polizistinnen und Polizisten gingen von Haus zu Haus und machten Durchsagen, um die betroffenen Menschen zu evakuieren. Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz holten behinderte und kranke Menschen aus den Wohnungen.

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Laut Polizei gab es immer wieder schwierige Einzelfälle. So wollte eine bettlägrige Frau ihr Haus nicht verlassen. Sie sagte, sie habe den Zweiten Weltkrieg überlebt und dann werde sie auch diese Bombenentschärfung überleben. Außerdem wollte die Frau nicht ihren Hund im Haus zurücklassen. Weil das Deutsche Rote Kreuz Haustiere nicht transportieren darf, musste die Polizei spontan die Malteser Hundestaffel herbeirufen. Diese sollte den Hund nach der Evakuierung zur bettlägrigen Besitzerin bringen.

"Hoffentlich ist der Spuk bald vorbei"

Wer seine Wohnung verlassen musste und keine andere Unterbringungsmöglichkeit hatte, konnte in der Sporthalle Zuffenhausen unterkommen. In der Halle hielten sich am Morgen rund 40 Menschen auf. Viele ältere Menschen beklagten, dass sie schon sehr früh geweckt wurden. Manche konnten kaum schlafen, erzählten sie dem SWR. "Ich warte hier seit sechs Uhr und hoffe, dass der Spuk bald vorbei ist", sagte ein älterer Herr. Eine andere Damen meinte: "Es ist schon ein bisschen gruselig, wenn früh am Morgen alle aus dem Haus müssen und die Straße immer leerer wird."

Entschärfung konnte nicht warten: Polizei hätte gern mehr Zeit gehabt

Wegen der Herbstferien war es laut Polizei schwierig zu wissen, wer überhaupt zu Hause war. Man hätte lieber mehr Zeit gehabt und erst am Sonntag entschärft. Die Gefahr durch die Bombe sei allerdings zu groß gewesen. Die Bombe lag an der freien Luft. Durch den Sauerstoff sei es zu chemischen Prozessen gekommen, deshalb musste kurzfristig entschärft werden, so ein Polizeisprecher.

Bombe bei Bauarbeiten in der Stuppacher Straße entdeckt

Die 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Mittwoch bei einem privaten Bauvorhaben in der Stuppacher Straße entdeckt worden. Informationen erhielten Betroffene unter anderem über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes (NINA).

Der Sicherheitsbereich in Stuttgart-Zuffenhausen, wo die Fliegerbombe entschärft werden soll (Foto: SWR)
Um 13 Uhr war die Bombe entschärft. Davor hatten im Umkreis von 500 Metern alle Anwohnerinnen und Anwohner ihre Häuser verlassen müssen.

U7, U15 und Buslinie 52 fuhren eingeschränkt

Wegen der Bombenentschärfung war es zu Einschränkungen im Stadtbahn- und Busverkehr gekommen. Betroffen waren die Stadtbahnlinien U7 und U15 sowie die Buslinie 52. Alle Sperrungen wurden laut Polizei mittlerweile aufgehoben.

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