Nach Vandalismus am Feuersee

Verwüstete Kirche in Stuttgart: Verdächtiger festgenommen

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Nach dem Vandalismus in der Stuttgarter Johanneskirche hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 37-Jährige ist polizeibekannt und soll nicht nur in der Kirche gewütet haben.

Festnahme eines Tatverdächtigen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)
Nach dem Vandalismus in der Johanneskirche in Stuttgart am Wochenende hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montagnachmittag bekannt gaben, ist der Tatverdächtige bereits am Sonntagmorgen festgenommen worden. Zuvor hatte eine Passantin gegenüber der Polizei ausgesagt, dass ein Mann am Samstagmorgen aus der Johanneskirche gekommen sei und Menschen im Bereich des Feuersees belästigt habe.

Auch im Bereich der S-Bahn soll der Mann randaliert haben

Die Beamten trafen zwar den mutmaßlichen Randalierer nicht an, stellten aber dabei die Schäden in der Kirche fest. Einen Tag später, am Sonntag, kontrollierte die Polizei einen Mann, auf den die Personenbeschreibung zutraf, in der Nähe der Kirche. Dabei fanden sie mehrere elektronische Geräte, die mutmaßlich von einer Baustelle am Feuersee stammten. Er wurde festgenommen. Der Mann wird auch verdächtigt, sich am Wochenende an der S-Bahn-Haltestelle Hauptbahnhof vor einer Frau entblößt zu haben. Ermittlungen der Bundespolizei ergaben außerdem, dass der Mann in der Nacht zum Samstag an der Haltestelle Feuersee randaliert haben soll. Der wohnsitzlose Mann soll noch im Lauf des Montags einem Haftrichter vorgeführt werden.

"Derzeit ist uns nicht bekannt, dass da ein religionsfeindlicher Hintergrund vorliegen würde. Der Mann war offenbar alleine tätig."

Pfarrer erleichtert nach Festnahme

In einer ersten Reaktion zeigte sich Pfarrer Christoph Dinkel am Montagnachmittag erleichtert, dass ein Tatverdächtiger festgenommen wurde. Damit sei dann wohl auch klar, dass die Zerstörung keinen religiösen oder politischen Hintergrund habe.

Die Polizei schätzte den Sachschaden in der Kirche zunächst auf mehrere Zehntausend Euro. "Der ideelle Schaden ist beträchtlich", sagte der Pfarrer der Gemeinde. Auch der württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July zeigte sich erschüttert. "Die Verwüstung in der Johanneskirche in Stuttgart ist widerwärtig, die Zerstörung löst Verstörung aus", sagte er. Die Randale bezeichnete er als einen "Akt exemplarischer Dummheit" und forderte den Täter auf, sich zu entschuldigen. Am Montag sollte der Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden.

Hoher Sachschaden durch Vandalismus in der Kirche

Der mutmaßliche Täter demolierte in der Nacht zum Samstag in der Johanneskirche mehr als zwanzig Fenster mit zum Teil hochwertiger Glasmalerei. Der Eindringling brach Schränke auf, warf eine Schranktüre von der Empore in den Kirchenraum und riss Bänke aus der Verankerung. Außerdem wurden Regale umgeworfen und Gesangbücher durch die Kirche geschleudert. Der Täter versprühte zudem den Inhalt eines Feuerlöschers in die Orgel.

Anders als zunächst angenommen, kann nun doch nicht wieder am Donnerstag in der Kirche Gottesdienst gefeiert werden. Eine Spezialfirma müsse erst noch das Löschschaumpulver entfernen, heißt es von der Kirchengemeinde.

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SWR