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Die Stadtwerke Fellbach haben dem Schwimmbad F3 jahrelang zu wenig Wassergebühren berechnet. Dadurch stiegen die Wasserkosten für die Verbraucher. Die dürfen sich jetzt aber freuen.

Das F3 in Fellbach (Foto: Stadt Fellbach (Hartung))
Das F3 in Fellbach Stadt Fellbach (Hartung)

Ein Versäumnis bei der Datenerfassung mit großen Folgen: Die Stadtwerke Fellbach (Rems-Murr-Kreis) hatten 2013 für das neu eröffnete Spaßbad F3 einen sogenannten Verbundzähler installiert, bei dem bauartbedingt nur ein Teil der Wassermenge gezählt wurde. Zur Ermittlung des tatsächlichen Verbrauchs hätte die erfasste Menge mit dem Faktor 10 multipliziert werden müssen. Dieser Multiplikationsfaktor wurde nach Angaben der Stadt Fellbach aber nicht in der Abrechnungsdatenbank der Stadtwerke eingetragen. Die Folge: Es wurde zuwenig Frisch- und auch Schmutzwasser für das F3-Bad abgerechnet.

Im Schnitt 24 Euro pro Jahr zuviel - Verbraucher kriegen Geld zurück

Ende Oktober vergangenen Jahres war die Fehlabrechnung bei der Überprüfung des langfristigen Wasserverbrauchs im F3-Bad entdeckt worden. "Im Schnitt hat ein Durchschnittshaushalt in den sechs Jahren insgesamt etwas über 140 Euro - pro Jahr ungefähr 24 Euro - zuviel bezahlt", erklärte Fellbachs Finanzbürgermeister Johannes Berner. Das Geld soll Bürgern und Betrieben nun zurückgezahlt werden. Das genaue Verfahren, wie die Rückerstattung erfolgt, wird derzeit noch abgestimmt.

Ganze Reihe von Fehlern

Dass der Fehler nicht früher bemerkt wurde, hat laut Stadt mehrere Gründe. Parallel zur Eröffnung des F3-Bads hatten die Stadtwerke die Wasserabrechnung für alle Verbraucher auf eine monatliche Abrechnung umgestellt. Dadurch konnte der Verbrauch nicht mehr mit der jährlichen Verbrauchsprognose verglichen werden. Außerdem wurde der Wasserverbrauch des F3 nicht mit dem Verbrauch des früheren Hallen- und Freibads verglichen. Wäre dies passiert, hätte man den Fehler wohl früher bemerkt.

Öffentliche Gemeinderatssitzung

Wie es zu dem gravierenden Fehler kommen konnte, soll in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 23. März beraten werden. Stadtwerke-Geschäftsführer Gerhard Ammon bat die Bürger vorab um Entschuldigung und sagte: "Ich habe inzwischen bei allen betroffenen Prozessen Arbeitsanweisungen erlassen, die sicherstellen sollen, dass so etwas nie wieder passiert."

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