Eine Hand, die eine zwei Euro Münze an einen Fahrkartenautomaten der Straßenbahn einwirft. Im Hintergrund fährt eine Stadtbahn. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Bernd Weissbrod/dpa)

Öffentlicher Nahverkehr

Neue Ticket-Preise im VVS-Netz: Für Gelegenheitsfahrer im Raum Stuttgart wird es teurer

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Ab April verteuern sich die Fahrkarten im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart um 2,5 Prozent. Jetzt ist klar, wie sich das auf die einzelnen Tickets auswirkt.

Fahrten im sogenannten Gelegenheitsverkehr, etwa zum Einkaufen, Stadtbummel oder zu Veranstaltungen, sollen etwas stärker belastet werden als die Zeittickets. Das hat die Gesellschafterversammlung des VVS am Montag entschieden. Der Grund: Während die meisten Stammkunden dem Öffentlichen Nahverkehr treu geblieben sind, tendierte der Gelegenheitsverkehr während der Lockdowns zeitweise gegen null.

Dauertickets wie das Jahres-Ticket Plus werden sogar geringfügig günstiger, dagegen steigt der Preis von Gruppen-Tagestickets für zwei Zonen im konventionellen Vertrieb von 12,40 Euro auf 13,60 Euro. Der Preis für das 10er-Tagesticket hingegen ändert sich nicht. Einzeltickets für Erwachsene und Kinder kosten ab April 2022 knapp 10 Cent mehr.

VVS-Geschäftsführer: Erhöhungen sind maßvoll

Wer die Karte über die App kauft, fährt wie bislang auch etwas günstiger. Das mache bisher aber nur etwa ein Drittel der Kunden, so VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. 2022 erhöhe sich diese Quote hoffentlich auf 40 Prozent, denn der Online-Vertriebsweg sei günstiger. Mit der Erhöhung um 2,5 Prozent sei man, da die Inflationsrate eher zu vier Prozent tendiere, recht maßvoll, heißt es von dem Verkehrsverbund. Die prozentualen Unterschiede bei den Einzelpreisen erklären sich ein Stück weit durch Rundungen auf einfacher zu handhabenden Preisen. Bei den Kindertickets schlage man erstmals nach vielen Jahren auf.

Die Auswirkungen der Pandemie beschäftigen den VVS weiter

Die Preiserhöhung wurde bereits im Sommer beschlossen und mit steigenden Kosten für Personal, Energie und Fahrzeugbeschaffung begründet. Auch der Ausbau des Angebots und die Auswirkungen der Corona-Pandemie mache den Anstieg nötig, heißt es vom VVS. Die Pandemie habe im Jahr 2020 den Gelegenheitsverkehr stark getroffen. Jetzt erhole er sich, doch allein durch den erneuten Ausfall der Cannstatter Wasen verzeichne man etwa fünf Millionen Fahrten weniger.

Dass die Preissteigerung den erhofften Aufschwung bei den Fahrgastzahlen gefährdet, glaubt VVS-Geschäftsführer Stammler nicht: "Der Treibstoff für das Konkurrenzverkehrsmittel Auto ist ja gerade recht kostspielig."

Erhöhungen in Zukunft nur noch alle zwei Jahre

Bei der vorausgegangenen Diskussion um die Umsetzungsvorschläge im Verkehrsausschuss der Regionalversammlung gab es sechs Gegenstimmen und eine Enthaltung von den 32 Räten. Die SPD lehnte sowohl die durchschnittliche Erhöhung um 2,5 Prozent wie auch die Verteilung auf die unterschiedlichen Tickets ab. CDU, Grüne, FDP und AfD halten die Pläne trotz einiger Kritikpunkte grundsätzlich für tragbar. Die VVS-Unternehmen möchten von 2023 an nicht mehr jährlich über die Tariferhöhung entscheiden lassen. Das wird von einem Großteil der Regionalräte mitgetragen. Angedacht ist ein Zweijahreszeitraum.

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