Gerhard Schröder bei Wladimir Putin (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP | Alexei Druzhinin)

SPD in Baden-Württemberg bezieht Stellung

Ukraine-Krieg: Esken, Stoch und Ortsvereine fordern Ausschluss von Ex-Kanzler Schröder

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Weitere Ortsvereine in Baden-Württemberg haben offiziell beantragt, dass der frühere Kanzler aus der SPD ausgeschlossen wird. Das fordert nun auch der SPD-Landeschef Stoch.

Nach dem SPD-Kreisverband Heidelberg haben in Baden-Württemberg auch die Ortsvereine in Waiblingen und Leutenbach (Rems-Murr-Kreis) offiziell den Parteiausschluss von Ex-Kanzler und Putin-Freund Gerhard Schröder beantragt. Insgesamt seien bis Sonntag 14 solcher Anträge aus mehreren Bundesländern eingegangen, teilte die SPD auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Schröder steht massiv in der Kritik, weil er sich trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht von seinen Posten bei russischen Energieunternehmen trennt. Auch der baden-württembergische SPD-Landeschef Andreas Stoch dringt nun auf einen Ausschluss des Alt-Kanzlers.

Stoch kann Aussagen von Schröder "nur schwer ertragen"

"Durch das Interview von Gerhard Schröder wird erneut deutlich, dass er nicht willens und in der Lage ist, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Seine Äußerungen sind für mich nur schwer zu ertragen und mit einem weiteren Verbleib in der SPD nicht vereinbar", sagte Stoch der dpa und nahm damit Bezug auf ein Interview des Alt-Kanzlers mit der "New York Times".

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Darin hatte der 78-Jährige unter anderem dafür geworben, die Beziehungen zu Russland trotz des Kriegs aufrechtzuerhalten. Schröder ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energieriesen Rosneft und Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Pipeline-Gesellschaft Nord Stream.

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SPD-Vorsitzende Esken fordert den Austritt Schröders

Auch die SPD-Vorsitzende im Bund, Saskia Esken, hat den 78-Jährigen aufgefordert, aus der Partei auszutreten. "Gerhard Schröder agiert seit vielen Jahren schon als Geschäftsmann und wir sollten damit aufhören, ihn als Elder Statesmen, als Alt-Kanzler wahrzunehmen. Er verdient sein Geld mit der Arbeit für russische Staatsunternehmen", sagte die Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Calw/Freudenstadt.

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